Mannheim
Compact Memory

Palästina · 1933-12-01 · Heft 12 (Dezember 1933) · p. Seite 415

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
16 (1933)
Issue
Heft 12 (Dezember 1933)
Article
Die arabische Bewegung in Palästina im Jahr 1933
Date
1933-12-01
Page
Seite 415 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2379786-2379908-2379915-2399364--16461-2399622
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

sich stärkt, der den Willen weckt, die Handlungen der Juden nachzuahmen. Die Levante-Messe in Tel-Aviv im Frühling 1932 hat das Programm einer arabischen Ausstellung gezeitigt. Es wuflde eine Aktiengesellschaft mit 5000 Pfund für diesen Zweck geschaffen. Aber nach vielen Anstrengungen wurden im Laufe eines Jahres bloß 1900 Pfund gesammelt. Die Veranstalter stießen auf viele Schwierigkeiten, denn die geringen Mittel zwangen sie, das Programm der Ausstellung zu verkleinern, aber andererseits wollten sie der Welt und der arabischen Oeffentliohkeit vordemonstrieren, daß auch die Araber eine Industrie haben. Auch' die inneren Verhältnisse in der arabischen Gesellschaft waren dabei hinderlich. Trotz aller Hemmnisse kam die Ausstellung zustande und dauerte einen Monat. Ganz besonders stach Syrien hervor, das industriellste Gebiet unter den arabischenLändem. Die englische Regierung beteiligte sich mit einem besonderen Pavillon wie bei der Levante« Messe und es beteiligte sich auch eine Textüfabrik aus Irdk. Die arabische Industrie des Landes kam durch das, was sie besitzt, zur Geltung, aber es war nicht besonders viel. Die syrischen Aussteller verwandelten die Ausstellung in einen Bazar und retteten sie dadurch vor Defizit, ja sie brachte ajuch Gewinn: 50 o/o des Grundkapitals. Der wirtschaftliche Wert der Ausstellung ist zweifelhaft, denn die Handelsbeziehungen zwischen Syrien, Aegypten und Palästina bestehen ohnedies. Die ausgestellten Objekte waren noch weit davon entfernt, mit der europäischen Industrie konkurrieren zu können und sehr einförmig. Aber der politischkulturelle Wert der Ausstellung verdient hervorgehoben zu werden. Sie war beinahe die erste öffentliche arabische Aktion, welche auf kaufmännischer Grundlage organisiert wurde, zustandekam und Gewinn brachte. Im Zusammenhange mit der Ausstellung wurde eine große Agitation in den muselmanischen und arabischen Ländern entfaltet und die arabischen Führer kamen so in Kontakt, nicht bloß mit den auswärtigen politischen Herrschern und Führern, sondern auch mit den breiten kaufmännischen Kreisen, welche mittels der Ausstellung mit der arabischen Bewegung im Lande in Berührung kamen. Auch die arabische Presse aller Länder bediente die Ausstellung gut. Aber unendlich wichtiger war die Wirkung der Ausstellung auf die Araber im Lande und speziell auf die Jugend, die Schülerschaft und die Frauen. Die Ausstellung weckte den Stolz der Araber und ihre Freude über ihre Fähigkeit, eine Aktion zu veranstalten, die irgendwie ähnlich: ist der Tel-Aviver-Aktion, die so berühmt war und den Nachahmungstrieb reizte. Und die Veranstalter verstanden es auch, in den Tagen der Ausstellung und an ihrem Ort kulturell-künstlerische Veranstaltungen zu arrangieren, wie Abende für Gesang, Aufführung und Deklamation. Es wurde auch eine kleine Ausstellung von arabischen Malern und Malerinnen, eine Konkurrenz „Das gesunde Kind" u. dgl. veranstaltet. Die Ausstellungs-Gesellschaft verteilte die Hälfte ihres Reingewinnes an den „Nationalfonds", die Wanderer u. dgl. Die zweite Hälfte wurde trotz eines gewissen Widerspruches unter die Aktionäre verteilt, um das Geschäftsprinzip zu wahren und ähnliche Veranstaltungen in der Zukunft anzuregen. Vorläufig hat die Gesellschaft ihre Rechnungen abgeschlossen. Die Ausstellung war eine vorübergehende Episode und die einzige positive Aktion der Araber im Lande. Sie wäre nicht in der Lage, den Rahmen der Bewegung auirechtzuerhalten, wenn nicht der Zionismus bestünde. Jetzt

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.