Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 16 (1933)
- Issue
- Heft 10-11 (Oktober 1933)
- Article
- Die öffentlichen Finanzen Palästinas
- Date
- 1933-10-01
- Page
- Seite 368 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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368 stein gibt eine Zergliederung der Steuereinnahmen, aus der unter anderem hervorgeht, daß die Gebühren für Bodenübertragung 121.465 Pfund gegen 75.717 Pfund im Vorjahre ausgemacht haben.) Die großen Mehreinnahmen bei beiden Posten sind der erhöhten Aufbautätigkeit der Juden zu danken. Frumkin berechnet, daß vom 1. Juli 1920 bis 1. April 1933 die Einnahmen (min Eisenbahn) 311/2 Millionen Pfund betragen haben, wozu noch der Erlös der Anleihe, 41/* Millionen Pfund, zu rechnen sei, zusammen 36 Millionen Pfund. Der Anteil des Jischuw daran war nach allen angestellten Untersuchungen gegenwärtig 50o/o und im Durchschnitt der ganzen Epoche 35—40o/o, so daß der kleine jüdische Jischub dem Staatsschatz in dieser Zeit mindestens lOVg Millionen Pfund zugewendet hat, während die Regierung nach den wiederholt angestellten Berechnungen in dieser Epoche höchstens 10—120/0, ihrer Gesamteinnahmen, etwa 3V4 Millionen Pfund für jüdische Zwecke aufgewendet hat. Frumkin erinnert auch daran, daß die Einnahmen per Kopf der Bevölkerung in Palästina drei Pfund und in Transjordanien nur ein Pfunid betragen. Er meint, daß die ganze Finanzgebarung ein Raubbau an dem jüdischen Jischub ist, dem sie ihre hohen Einnahmen verdankt, indes sie die Juden jene Bedürfnisse, die sonst jeder Staat auf sich nimmt: Sanität, Erziehung usw. fast ganz aus eigener Tasche bestreiten läßt. Dies zeigt die Tabelle der Ausgaben, die insgesamt 2,516.394 Pfund betrugen (ohne Eisenbahnen 2,399.721) und von denen wir nur einige der hauptsächlichsten Zahlen anführen wollen: 1932/33 1931/32 Polizei und Gefängnisse 475.041 469.516 Sicherheit 105.921 131.516 Grenzmacht 174.835 182.893 755.797 773.925 ab Subsidien für die Grenzmacht 127.787 133.484 628.010 640.441 Es sind also für Sicherheit allein fast 25 0/0 der Einnahmen verwendet worden. Die nächst höchsten Posten der Ausgaben waren: Oeffentliche Arbeiten (neue) 139.432 153.666 „ „ (Reparaturen) 178.017 180.686 Gerichts- und Zollwesen 161.224 155.708 Erziehung 159.520 146.988 Verwaltung 143.035 149.221 Gesundheit 111.052 105.918 Anleihedienst 124.354 124.396 Hiebei ist die Post nicht mit aufgezählt, sie hatte einen Ueberschuß von ca. 60.000 Pfund. Lichtenstein berechnet^ daß 50 0/0 der Gesamtausgaben der Regierung auf Gehalte und Löhne in Zivil- und Polizeiverwaltung entfielen. Gegen das Vorjahr sind die Ausgaben um bloß 150.000 Pfund gestiegen, das heißt, die Regierung thesauriert im größten Maßstab. Die anschaulichste Vermehrung der Ausgaben zeigt sich bei den an sich sehr hohen „verschiedenen Ausgaben" (206.835 Pfund), in denen Subventionen an Stadtgemeinden die Hauptrolle spielen. Das Plus gegen das Vorjahr war in diesem Jahre 55.000 Pfund, vor allem wegen einer Zahlung von ca. 59.0ÖÖ Pfund &n den obersten moslemischen Rat, indes die jüdische Religionsgemeinschaft nichts erhalten hat.