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Palästina · 1933-10-01 · Heft 10-11 (Oktober 1933) · p. Seite 365

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Journal
Palästina
Volume
16 (1933)
Issue
Heft 10-11 (Oktober 1933)
Article
Aus den Kolonisationsreferaten des 18. Zionistenkongresses
Date
1933-10-01
Page
Seite 365 (sequence 15)
Language
German
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Die Ansiedhing der Landarbeiter. Die Entwicklung eines nationalen Kolonisationsprogramms ist nicht Sache dieses Referates. Doch sei hier aus prinzipiellen Gründen angemerkt, daß es völlig verfehlt wäre, zu glauben, daß in der Struktur der jüdischen Heimstätte eine Verewigung eines Standes lohnempfangender Landarbeiter möglich1 wäre. Die Annahme von Lohnarbeit am Lande wird auch von der Arbeiterschaft selbst nur als Durchgangsstadium zur Selbständigkeit angesehen, das meistens leider sehr lange dauert — es warten Arbeiter eineinhalb Jahrzehnte und länger auf Ansiedlung — das aber nicht verewigt werden kann. Wir selbst, die verantwortlicjh sind für die Gestaltung üer nationalen Heimstätte, müssen klar erkennen, daß geschichtliche Erfahrung in Politik und Sozialökonomie, ferner wirtschaftliche und nationale Notwendigkeit, sowie jüdische Eigenart es gebieten, daß wir der Landarbeiterschaft zur Eigenwirtschaft verhelfen. Zunächst ist der Plan der „Ansiedlung der Tausend", der noch nicht zur Hälfte durchgeführt ist, fortzuführen. Ferner ist Kolonisationsfrilfe zu leisten für Besiedlung der KKL.-Böden, wobei die heute schon geübte Praxis* daß die Siedler ein gewisses Minimum an Mitteln besitzen müssen, festgehalten werden muß. Ob die Kandidaten, landwirtschaftlich ausgebildet und mit den nötigen Mitteln versehen, aus dem Arbeiter- oder dem sogenannten Mittelstand stammen, ist für die Praxis gleichgiltig. Beide Schichten haben dasselbe Recht auf Ansiedlung und diese vermeintlichen Klassenunterschiede werden sich von selbst verwischen, wenn alle Siedler zu einer Schicht selbstarbeitender Landwirte gemacht sein werden. Zu den bisherigen Aufgaben der Kolonisationshilfe tritt jetzt noch die für Ansiedlung deutscher Juden, wofür ein besonderer Fonds gesammelt wird. Damit befaßt sich ein spezielles Referat. Schaffung von Kreditinstituten. Aber auch in der Sphäre der privatkapitalistischen Kolonisation können die nötigen Kreditmittel nicht aus eigener Kraft beschafft werden. Die in den Orangenplantagen vergrabenen Millionen könnten zum Teil durch Hypothekenkredite gehoben und neu verwendet werden. Auf dem letzten Farmer - Kongreß, der anfangs Februar abgehalten worden war, wurde von dem Plan der Gründung einer Farmer-Bank berichtet. Bezeichnend ist, daß 85 Prozent des veranschlagten Kapitals von 100.000 Pfund von den philozionistischen Institutionen Economic Board 'und Palest. Economic Corporation und der Pica beschafft werden sollen. Das ist gewiß kein „nationales" Kapital, aber wenn es aueji nach gesunden ökonomischen Prinzipien verwendet werden Sjoll, doch ebensowenig privates. Wieder zeigt es sich, daß auch die streng geschäftlichen, sicheren Anlagen in Palästina nicht vom Privatkapital allein finanziert werden können. Der Grund dafür ist kein ariderer, als der oben schon erwähnte, daß es für Palästinawerte keinen Markt gibt. Denn daß das Privatkapital des Hypothekengeschäft an sich als gesund ansieht, ist dadurch erhärtet, daß so viele Private direkte Hypotheken auf Häuser und Plantagen geben. Ich glaube, daß auch der von den Industriellen geplanten Industrie- Bank kein anderer Weg übrigbleiben wird, als derjenige, der bei Gründung der Farmer - Bank eingeschlagen werden soll. Insbesondere wird der so nötige langfristige Industriekredit zu schaffen nicht möglich sein, ohne die Anteilnahme philozionistischen Kapitals. Aus all diesen Erwägungen geht hervor, daß nach wie vor die

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