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Palästina · 1933-10-01 · Heft 10-11 (Oktober 1933) · p. Seite 363

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
16 (1933)
Issue
Heft 10-11 (Oktober 1933)
Article
Aus den Kolonisationsreferaten des 18. Zionistenkongresses
Date
1933-10-01
Page
Seite 363 (sequence 13)
Language
German
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satorische Zwecke tunlich ist, und alle zu vernünftigen Preisen angebotenen Flächen aufnehmen. So könnte eine Bodenreserve. geschaffen werden, deren Vorhandensein nötig ist, um erstens nach bestimmten Plänen kolonisieren und bauen zu können, zweitens um abwarten zu könne^ wenn der Bodenmarkt ungünstig ist. Sie könnte beim Verkauf dem Käufer Verpflichtungen auferlegen 1. der sofortigen Bebauung oder Besiedlung, 2. des Vorkaufsrechtes des KKL. im Falle der Veräußerung. Für eine solche Gesellschaft würde sich leicht Kapital finden, denn daß bei ihr Sicherheit und Verzinsung nicht zweifelhaft sind, ist von vornherein klar. Die Schaffung dieser Gesellschaft, wie wir sie schon vor 13 Jahren vorschlugen, wird heute von links und rechts, vom „Davar" wie vom „Boust'-nai" und schließlich vom« KKL. selbst (siehe Dr. Granovskys Buch „Probleme der Bodenpolitik", das schon 1925 erschienen ist) verlangt. Die neue Exekutive würde sich ein großes Verdienst erwerben, wenn sie eine kraftvolle Initiative in dieser Richtung entwickeln würde. Es sind aber auch noch manche andere Maßnahmen, die schon in den Londoner Thesen gefordert worden sind, nicht ausgeführt worden, wie z. B. die, daß die Kreditmittel der zionistischen Organisation in ers,ter Linie denjenigen Siedlern zugute kommen sollen, die sich den Prinzipien des KKL. unterwerfen. Leider ist es in der Praxis damit nicht gut bestellt. Z. B. beruht das ganze Erbpadhtsystem desi KKL. auf dem Prinzip, daß das Erbpachtrecht; beleihbar ist. Es hat sich aber in der Praxis herausgestellt, daß selbst die zionistischen Institute nicht gewillt sind, Erbbaurechte zu beleihen. Hier muß absolut Wandel geschaffen werden, sonst ist ein entscheidendes Prinzip des KKL. in seiner vollen Auswirkung gehemmt. Sollten die Banken die Fassung der Landesgesetze für die Sicherung einer solchen Beleihung nicht als ausreichend halten, obzwar gerade in letzter Zeit durch Stipulierung der rechtlichen Einheit von Boden und darauf befindlicher Anlagen durch das Gesetz erhöhte Sicherheit geschaffen wurde, so müßte man bei der Regierung eine Aenderung verlangen, was bei der angelsächsischen Auffassung un!d Praxis des Bodenrechtes keine Schwierigkeiten machen dürfte. »Nebstbei erwähnt, richtet sich auch bei der normalen Kreditgewährung kein Institut nach jener These. Die Schaffung einer zentralen Bodenkaufsgesellschaft nebst der unablässig notwendigen Stärkung des KKL. ist auch deshalb ein unabweisbares Gebot, weil die Erschließung neuer Zonen für die jüdische Kolonisation wie Huleh, Negeb, Jordantal, eventuell Beisan (falls die Regierung endlich das Unrecht, das sie mit Vergebung dieser Böden begangen hat, gutmachen würde) und Transjordanien nur möglich ist durch1 Vorangehen des nationalen Kapitals. Aber auch in den anderen Zonen "hat das nationale Kapital noch große Aufgaben. In der Küstenzone ist der verfügbare Boden begrenzt. Man rechnet, daß 300.000—350.000 Dunam geeignet für Citrus sind. Nach maximalen Schätzungen werden heuer 200.000 davon bepflanzt sein. Geht das Tempo so weiter, wie bisher, bei Arabern uind Juden, so wird in zwei bis längstens drei Jahren das ganze Areal bepflanzt «sein. Der KKL. müßte in die Lage versetzt werden* weitere Flächen in dieser Zone zu kaufen. Demi wie immer man sich zu der Frage der Privatwirtschaft in den Pflanzungskolonien und zu der Zukunft der Orangenwirtscjhaft stellen mag, sicher ist, daß das Gesamtinteresse erheischt^ daß eine möglichst dichte Siedlung auf der beschränkt vorhandenen Boden-

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