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Palästina · 1933-10-01 · Heft 10-11 (Oktober 1933) · p. Seite 362

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
16 (1933)
Issue
Heft 10-11 (Oktober 1933)
Article
Aus den Kolonisationsreferaten des 18. Zionistenkongresses
Date
1933-10-01
Page
Seite 362 (sequence 12)
Language
German
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Das zweite Mittel ist die Informierung der Einwandernden. Es scheint noch immer nicht gelungen zu sein, einen richtigen Beratungsdienst zu schaffen, trotzdem wir immer wieder lesen, daß sich1 die zersplitterten Informationsbüros vereinigt haben. Auch die Information ist nicht unwirksam. Es kann erstens den Kauflustigen klar gemacht werden, daß sie nicht nur die Gemeinschaft, sondern auch sich selbst schädigen, wenn sie den Boden uz Phantasiepreisen bezahlen und ferner kann dieser Dienst den Leuten erwerbbare Flächen nachweisen. Vielleicht hätten dadurch einige der krassesten Fällen, die sich in der letzten Zeit ereigneten, verhindert werden« können, wo «an den Grenzen von Tel-Aviv zu Phantasiepreisen bepflanzter Boden zur 'Bebauung gekauft wurde und die (nichtjüdischen) Verkäufer sich mit dem erhaltenen Gelde ein Vielfaches an Pflanzungen in den besten Gegenden anlegen konnten. Doch all diese Mittel sind nur als siekundär zu betrachten. Von ausschlaggebender Wichtigkeit ist die Beherrschung des Bodenmarktes. Hier müßten nationales, philozionistisebes, und privates Kapital zusammenwirken. Auch das private Kapital hat das dringende Interesse daran, Boden nicht zu wirtschaftlich unrentablen, überhöhten Preisen zu kaufen. Dieses Zusammenwirken ist schon auf der Londoner Konferenz vorgeschlagen worden. Es handelt sich; kurz gesagt, um die Schaffung einer zentralen Bodenkaufsgeseilschaft unter führender Mitwirkung des KKL. Dieser Plan ist eigentlich schon ein Vierteljahrhundert alt. Denn sfchon 1908 wurde von Dr. Ruppin die PLDC. als Gesellschaft mit solchem Zwecke gegründet unter Anteilnahme des KKL. Tatsächlich hat die PLDC., wie erwähnt, den überwiegenden Teil aller jüdischen Bodenkäufe durchgeführt. Aber die zionistische Oeffentlichkeit verstand weder vor noch nach dem Kriege ihre Bedeutung, ließ die PLDC. ohne nennenswerte Eigenmittel und unterstützte sie nicht in ihrem schweren Kampf um den Boden. Ja, als sie im nationalen Interesse seinerzeit viel mehr Boden erworben hatte, als sie im Moment der Krise 1926 absetzen konnte, wurden ihr neben berechtigten auch sehr schwere unberechtigte Vorwürfe gemacht. Dabei hatte die PLDC. sogar Versuche gemacht gehabt, durch Statuierung der Bebauungspflicht und eines Vorkaufsrechtes bei von ihr veräußerten Grundstücken der Spekulation entgegenzuwirken, allerdings mußte sie mangels materieller Macht diese Versuche wieder aufgeben. Inzwischen sind Schritte gemacht worden, wenigstens die verschiedenen Institutionen, die in der Haifa - Bay Besitz haben, PLDC., P.E.C., Amzic, Meschek und Haifa - Bay Cy. zu einem gemeinsamen Vorgehen zu einigen. Das ist ein Anfang, aber noch kein genügender. Es gilt, nicht nur die bestehenden Gesellschaften mit vorhandenem Besitz zusammenzufassen, sondern aus ihnen mit Beteiligung neuen Kapitals und des KKL. eine zentrale Bodeneinkaufsinstitution zu schaffen. Dadurch würde gegen die Spekulation vieles gewonnen sein. Diese Gesellschaft wäre in der Lage, den Bodenmarkt zu kontrollieren! und die jüdische Nachfrage zu zentralisieren. Sie könnte größere Flächen kaufen und die privaten Interessenten würden sich nicht selbst auf die Suche nach Verkäufern begeben und durchihre Konkurrenz die Preise, wenn auch ungewollt, treiben. Die Gesellschaft könnte auch eine richtige Bodenpolitik führen, indem sie dort kaufte, wo es nach rationalen Erwägungen für koloni-

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