Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 16 (1933)
- Issue
- Heft 10-11 (Oktober 1933)
- Article
- Aus den Kolonisationsreferaten des 18. Zionistenkongresses
- Date
- 1933-10-01
- Page
- Seite 360 (sequence 10)
- Language
- German
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nach ihrer Rückkehr ins Land in vielen Dingen von neuem anfangen. Sehen wir denn nicht den Zusammenhang zwischen einer starken Volkswirtschaft und erfahrenen Wirtschaftlern,die zu ihrer Errichtung nötig sind? In jedem fortgeschrittenen Lande ist eine solche Hochschule der Führer und Organisator von wichtigen Werken in gemeinsamem Wirken mit den führenden Personen der praktischen Landwirtschaft. In kurzer Zeit werden die Citruspflanzungen, ob wir es wollen oder nicht, eine Fläche von 200.000 Dunam bedecken. Der Ruf nach einer Unterbrechung der Orangenpflanzung ist ein Ruf in die Wüste. In der Organisierung einer weitliegenden und tief forschenden obersten Leitung werden wir unseren Ehrenposten befestigen. Hunderttausend Dunam fruchttragender Citruspflanzungen brauchen 1000 Packarbeiter, 700 Tischler, 4000 Sortierer und 2000 Wicklerinnen. Der Arbeitslohn zur Erhaltung dieser Arbeiter- Schar für die entsprechende Zeit beträgt ungefähr 283.000 Pfund, und an die 200.000 Pfund betragen die Kosten von Pflücken und Transport. Aber diese 7700 Arbeitskräfte .stellen eine Armee von Facharbeitern dar, von denen die Eroberung des Marktes abhängig ist. Das ist der Vortrupp, der uns voranzutgehen hat in einer unserer wichtigsten wirtschaftlichen Positionen. Der heutige Tag kann für uns zu einem schrecklichen Gerichtstag werden, wenn wir nur hochtrabend sprechen und nichts tun werden. Er kann aber für uns ein großer Tag werden, wenn wir vorbereitet sind. In der Ueberführung von Massen gibt «es zwei Wege: entweder in lecken Booten, wobei man viel Kraft dafür verschwenden muß, das Wasser, das in die Boote eindringt, auszuschöpfen, um überhaupt ans Ufer zu gelangen und die Kontinuität der Bewegung zu erhalten. Oder diese Kontinuität zu unterbrechen, um Brücken zu bauen, auf denen dann gewaltige Massen hinüberziehen können. loh sehlajge nicht vor, die Bewegung zu unterbrechen, sondern sie der Zeit entsprechend auf die wenigen sicheren Wegen zu leiten,, die wir haben, und inzwischen alle Kräfte zu vereinigen für den Bau der Königsbrücken^ die sich über alle Zonen des Landes spannen, um zu einer starken, unabhängigen Volkswirtschaft zu führen. IL Die Aufgaben der nationalen Kolonisation in Palästina. Von Adolf Böhm, Wien. Vorbemerkung der Redaktion: Der Referent beleuchtete zuerst den Wert des bisher vom nationalen Kapital geleisteten Werkes in Palästina vom kolonisatorischen, nationalpolitischen, wirtschaftlichen, siedlungsstatistischen, kolonisationsstrategischen, boden-, finanz- und siedlungspolitischen Gesichtspunkt, streifte die seit 1919 aufgestellten und nur zum kleinen Teil durchgeführten Systeme für den Aufbau des Landes und die Sicherung der nationalen Kontrolle über ihn, ferner die Maßnahmen zur Aufbringung großer Mittel, und fuhr dann fort: Die erste und wichtigste nationale Aufgabe ist die Führung einer großzügigen Bodenpolitik unter Bekämpfung der Bodenspekulation in Stadt und Land. Dies ist eine