Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 16 (1933)
- Issue
- Heft 10-11 (Oktober 1933)
- Article
- Aus den Kolonisationsreferaten des 18. Zionistenkongresses
- Date
- 1933-10-01
- Page
- Seite 359 (sequence 9)
- Language
- German
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suchen, die die Prüfung bestanden haben, gedeihen nur wenige. Und von diesen sind nur einer oder zwei den Tuansportansprüchen und der Transportdauer, bis sie auf den Tisch des Konsumenten gelangen, gewachsen. Frühkartoffeln z. B. lohnt es sich nur dann nadh England zu schicken, wenn sjie pünktlich zu, Weihnachten dort ankommen. Wer nur um eine Woche zu früh oder zu spät kommt, büßt »an den Monopolpreisen ein. Lange Versuchsjahre waren auf verschiedenen Bodenarten in den verschiedenen Landesteilen nötig, um die dem Boden und dem Klima entsprechende Art zu finden, und jahrelang mußte man sich mit Transportversuchen befassen. Es gibt kein „gentlement agreement" zwischen den Schädlingen und dem Pflanzer für einen Waffenstillstand in den drei Monaten vor Weihnachten. Sie können die Früchte wie zu Trotz gerade dann benagen, wenn die Preise hoch sind, und sich Ruhe lassen, wenn die Preise niedrig sind. Es ist sehr schön von denen, die nach Zion zurückkehren, eine Erdfrucht zu Weihnachten nach England zu schicken und den alten Kampf der Väter zu vergessen, aber das kann nicht im Handumdrehen geschehen. Wer Erew Sabbath sich nicht mühte, dem wird kein Mahl am Sabbath bereitet. Und der Erew Sabbath ist in diesem Falle viel länger als der Sabbath. Schaffung von Baumeistern und Handwerkern für den Bau Die Konkurrenz um den Weltmarkt gleicht einem Wettrennen. Der Erfolg des Läufers wird von seinen Fähigkeiten und dem pünktlichen Start bestimmt. Wenn einer .dem zweiten nur um einen Augenblick zuvorkommt, wird er ihn nicht erreichen, es sei denn, daß seiue Fähigkeiten doppelt so groß sind. Wenn wir auch in die weite Welt gleichzeitig mit unseren Konkurrenten hinausziehen würden, so ist die Arbeit noch schwer, den langen und schweren Weg dea? Konkurrenz Schritt für Schritt durchzumachen. Aber wir haben Jahrzehnte versäumt, so :daß wir hervorragende, erprobte Läufer stellen und entsprechende Trainingsvorrichtungen schaffen müssen. Und das sind: systematische wissenschaftliche Forschung, 'die den Weg verkürzt und die Entfernungen verringert, unter einer Erziehung und Führung, die die Erfolge der Forschung aus den Laboratorien und .Versuchsparzellen auf das Feld und in die Fabrik bringt. Die Kritiker sehen auch hier nicht den Zusammenhang zwischen dem Schlagen einer Brücke und der Verfertigung von Geräten und Werkzeugen, die dem vorangehen müssen. Auch eine Universität fällt nicht vom Himmel, sondern sie wächst organisch. Auf jeden Fall aber besteht dieses Gesetz im Reich der Biologie. Alles, was im Lande lebt, blüht und gedeiht, unterliegt jahrelanger Forschung. Und der Unterricht ist nicht möglich auf Grund von Lehrbüchern, die unter einem anderen Himmel, in einem anderen Lande, geschaffen wurden. Zehn Jahre biologische Forschung ist eine kurze Zeit. Der Anfang kann nur nach den ersten Forschungsergebnissen gemacht werden. Jene, die sich mit ihrer Weisheit brüsten, daß sie schon vor Jahren auf die Notwendigkeit, mit dem Unterricht zu beginnen, hingewiesen haben, gleichen manchen, die sehen, wie Orangen zu Chanukah gegessen werden, und stolz darauf sind, schon Roschhaschanah darauf hingewiesen zu haben. Auf der Tagesordnung steht die Gründung eines landwirtschaftlichen Institutes. mit vierjährigem Lehrgang: zwei Jahre Biologie - Unterricht an der Universität in Jerusalem, zwei Jahre Landwirtschaft in der Versuchsstation Rechoboth. Allerdings muß das Budget des Institutes sichergestellt werden. Hunderte Schüler lernen außerhalb des Landes unter anderen Bedingungen und müssen