Mannheim
Compact Memory

Palästina · 1933-10-01 · Heft 10-11 (Oktober 1933) · p. Seite 357

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
16 (1933)
Issue
Heft 10-11 (Oktober 1933)
Article
Aus den Kolonisationsreferaten des 18. Zionistenkongresses
Date
1933-10-01
Page
Seite 357 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2379786-2379908-2379914-2398929--16167-2399188
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

gungen, die Orangen in Säfte und andere Formen von Konserven zu verwandeln. In Kalifornien und Florida wurden an die 56.000 Extraktoren eingerichtet, die an drei Millionen Kisten liefern. Derartige Maschinen wurden auch in Australien, Südamerika, Neuseeland eingeführt. Kein Landmann wird an die Aussaat schreiten, wenn er nicht einen Speicher für die Aufbewahrung seiner Ernte gesichert hat, und er wird seine Existenz nicht von dem Wunder abhängig machen, daß er seinen Ertrag noch auf dem Halm oder in der Scheune verkauft. Wir aber säen Körner unserer Volkswirtschaft ohne jede Sorge um die Vorbereitung der Schatzkammern, in denen die Erträge für die Dauer aufbewahrt werden können. Die Industrie selbst ist keine einfache Sache. Auch ihre Erträge müssen durch vorzügliche Qualität und schöne Form ausgezeichnet sein. Die Weltmärkte schließen sich von einem Tag zum anderen mehr durch feste Zollmauern ab. Und diese Mauern lassen sich nicht wie die Mauern Jerichos mit Schofarblasen stürzen, sondern nur durch Monopolprodukte. Zwei Faktoren sind es, die den Monopolcharakter eines Produktes: bestimmen: Natur und Mensch. Die palästinensische Orange ist ein Naturprodukt. Die Butter in Dänemark, der Käse in der Schweiz und Holland sind vorwiegend Erzeugnisse des menschlichen Geistes, ebenso wie die Uhrenfabrikation in der Schweiz, die Farben in Deutschland und die berühmten Stoffe in England. Unser nationaler Genius sollte Monopolprodukte nicht nur aus dem Boden unseres Landes, sondern auch aus den Tiefen unserer Veranlagung holen. „Das Leben der Seelen in der Luft unseres Landes und der Balsam in dem Blütenstaub" die in dem herrlichen Lied von Jehuda Halevi bezeichnet sind, sollten auch in der Butter und dem Käse, in dem Wein und dem Fruchtsaft, in dem Honig» und den Früchten, im Mehl und in den tagtäglichen Bedarfsartikeln zu spüren sein und nicht nur in der Lehre, im Lied und in d/en Feiertagsgegenständeb. Die ersten Produkte, die wir auf den Markt bringen, werden das Los unsierer landwirtschaftlichen Industrie entscheiden. Sollten sie bei ihrem ersten Erscheinen mißfallen, so ist alles verloren. Sie müssen mit dem Ruf einer besonders hohen Qualität hinaus, ohne den geringsten Fehler, einzig in Geschmack und Form. Ohne ein spezielles Forschungsinstitut, das sich mit der Suche von Wegen für eine hochqualitative Produktion und für Nebenproduktion befaßt, werden wir nicht zum Ziel kommen. Der Grundstock wurde in dem chemischen und bakteriologischen Laboratorium gelegt, das in der landwirtschaftlichen Versuchsanstalt in Rechoboth aus den Mitteln der Stiftung Israel Sieff geschaffen wurde und an dessen Spitze Chaim Weizmann steht. Der „behütete Wein" (Jajin hameschumar) ist uns für die Tage des Messias» versprochen. Der Wein kann nur als Symbol dienen. Unsere Volkswirtschaft wird weder in kleinen Anfängen bestehen können, noch wird sie ihre volle Entfaltung erreichen, wenn wir nicht, solange es noch Zeit ist, dafür sorgen, daß Grundlagen für die Produktion gelegt werden, die imstande sind, unkonservierbare Früchte in konservierbare zu verwandeln. Beschaffung von Bauwerkzeugen. Wenn wir betrachten, wie Brücken und Schiffe gebaut und wie Wege gebahnt werden, sehen wir in unserer Assoziation unbewußt bereits die gewaltigen Massen, für die sie gedacht sind. Aber die Werkzeuge und die ersten Materialien sehen wir nur vereinzelt und nicht in Verbindung mit dem Ziel, für das sie geschaffen werden. Wir sehen die Gefahr, die in einer einförmigen Volkswirtschaft liegt und tun nichts, um jene elementaren Geräte und Werk-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.