Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 16 (1933)
- Issue
- Heft 10-11 (Oktober 1933)
- Article
- Aus den Kolonisationsreferaten des 18. Zionistenkongresses
- Date
- 1933-10-01
- Page
- Seite 356 (sequence 6)
- Language
- German
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wird in vielen Fällen von der Möglichkeit bestimmt, ihren Produzenten im Gesamtbetrag einen Lebensstandard zu sichern, unter den man nicht sinken kann. Wenn dieser Lebensstandard beispielsweise in einer Summe von 100 Pfund jährlich' zum Ausdruck käme, so wä#e er durch die Erzeugung von, 10.000 Liter Milqh zum Preise von je zwei Grusqh gesichert, oder mit 20.000 Litern zum Preise von einem Grüsen. Die Erträge hören nur dann auf, konkurrenzfähig zu sein, wenn die nötige Steigerung der Quantität die Produktionskraft der arbeitenden Familie auf einer bestimmten Bodenfläche übersteigt. Aber wenn die Möglichkeit der Aufbewahrung der Erträge, die auf den Markt kommen, nicht besteht, wird sogar die Möglichkeit genommen, mit den äußeren Erträgen auf dem inneren Markte zu konkurrieren. Die Milch ist nicht das Endziel, aber der Anfang von allem. Die Produktion von Futter ist der natürliche Regulator bei jedem Fruchtwechsel in einer intensiven Wirtschaft, da sie die Brücke zu Krankheiten und Schädlingen zerstört, die in vielen aufeinanderfolgenden Pflanzen ihre Nahrung finden, denen gegenüber aber die Futterpflanzen immun sind. Sie verbessern auch den Boden und steigern seinen Ertrag, sowohl allein als auch durch ihre Nebenprodukte in Form von Stallmist. Ohne ihn kann die Intensität nicht zu jenen äußersten Möglichkeiten! gelangen, die die Erträge konkurrenzfähig machen. Selbst in der Citrusregion wird der organische Dünger zu einer brennenden Frage und die Haltung von Vieh steht auf der Tagesordnung, nicht Ulm ihrer selbst willen, sondern wegen der Düngung von Citruspflanzen. Jedenfalls wird in der Zone der schweren Erde der erste Schritt des Messias auf der „Milchstraße" vernommen werden. Und so ist es mit dem Gemüise und den Früh- und Spätfrüchten. Der Markt; nimmt nur die Frühfrüchte und diese nwr in der besten Qualität auf, dagegen bringt der Boden auch mittelmäßige, sogar minderwertige Früchte hervor, selbst wenn der Züchter die Auswahl der Samen genfau nimmt. Der Markt ist in gewissen Zeiten Schwankungen ausgesetzt, da er mitunter überfüllt oder sogar versperrt ist. Und der Reingewinn setzt sicjbt aus dem Gesamtertrag zusammen, aus den Qualitätsprodukten und der mittelmäßigen Ernte. Ohne eine von allem Anfang an organisierte Konservenindustrie kann intensive Produktion für die Märkte nicjht als zuverlässige Erwerbsquelle dienen. Wir haben noch vor zehn Jahren begonnen, uns mit der Klärung der Frage der Zuckerindustrie zu befassen, freilicjh. nur für den Konsum des Landes. Etwa 1000 Familien könnten rings um diese Industrie ihre Existenz finden. Die Zukunft ist sicher, die Gegenwart noch in Wolken gehüllt. Wir haben viele Versuchst Stadien durchmessen, die positive Antwort geben, doch sind die Versuche noch nicht zu einem Abschluß gelangt, der dem Landarbeiter, welcher das Urprodukt der Fabrik beistellen muß, zusichert, daß er die Früchte seiner Mühe ernten wird. Wir sind in Gefahr, diese günstige Gelegenheit zu versäumen. Selbst die Citrusproduktion kann ohne Konservenindustrie ihren Weg nicht finden. Auch sie steht nicht vor der Frage der Quantität. Schließlich ist der Baum nicht aus Eisen, sondern aus Holz, unter der Last allzu großer Erträgnisse bricht er zusammen. An zweiter Stelle nach der Veredlung der Qualität steht die Frage, wie man die Quantitäten verwertet. Die Gefahr besteht bei den ersten Früchten der neuen Pflanzungen, daß sie den Markt überschwemmen und unsere Früchte in Verruf bringen. Mit Verordnungen werden wir dieser Gefahr nicht beikommen. Man muß ihr mit positiven Heilmitteln begegnen. In den U. S. A., in Australien und Südamerika macht man alle notwendigen Anstren-