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Palästina · 1933-10-01 · Heft 10-11 (Oktober 1933) · p. Seite 355

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
16 (1933)
Issue
Heft 10-11 (Oktober 1933)
Article
Aus den Kolonisationsreferaten des 18. Zionistenkongresses
Date
1933-10-01
Page
Seite 355 (sequence 5)
Language
German
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lind es wird nicht notwendig sein, den langen Weg der Leiden zu gehen und jene Summen zu investieren, die sie gekostet haben. Dije Hand des jüdischen Arbeiters wäre bei aller Anstrengung nicht imstande gewesen, dieses Gebilde zu scharfen, wenn ihr Bodenflächen übergeben worden wären, die über das ganze Land zerstreut waren. Der Emek stellt eine geschlossene ökonomische Einheit dar und wird in seiner Entwicklung die Kraft haben, eine Autarkie zu sein, die ihm selbst und den Städten des Landes alle Bedürfnisse an Lebensmitteln beistellt. Es ist möglich, den Boden zu beherrschen und ihm große Erträge abzugewinnen, doch viel schwerer ist es, des Marktes Herr zu werden und Menschen zu zwingen, die angebotenen Erträgnisse zu; kaufen. Die Organisierung des Marktes fordert die Schaffung von Vorbedingungen: Zentralen, um die Erdfrucht, die Produktion an Tieren und Geflügel aufzunehmen; Zentralen für Verarbeitung und für Versendung. Alle diese unerläßlichen Bedingungen für die Entwicklung einer modernen Landwirtschaft, die ihren Erzeugnissen Konkurrenzfähigkeit verleihen, sind nur möglich auf geschlossenen weiten Bodenflächen in großen wirtschaftlichen Einheiten. Die Möglichkeiten der Verwandlung von leicht verderblichen in unverderbliche Früchte. Nach dem Weltkrieg stand unsere Landwirtschaft vor dem Suchen von Lösungen für all diese Fragen, die mit der Steigerung der Quantität im Bodenertrag und mit allem, was damit zusammenhängt, verbunden waren. Wir haben Wege gesucht, wie man aus dem Boden viel Brot für den Mensqhen und viel Nahrung für das Vieh, viel Milch von den Kühen und viel Eier von den Hühnern gewinnen, wie man die Erträgnisse der Pflanzungen in ihren verschiedenen Arten steigern könnte. Heute sind unsere wirtschaftlichen Positionen verändert: wir stehen zugleich1 mit der Frage der Qualitätsveredlung eher vor dem Problem der Verwertung der produzierten Quantitäten als vor der Vergrößerung der Quantität selbst. Die Wirtschaften des Keren Hajesso d, die etwa 1600 Einheiten zählen, befinden sich auf dem Scheidewege zwischen Aufstieg und Stillstand. Ihre völlige Gesundung liegt in der Produktion von Fleisch, Milch und Eiern, da deren Wirkung sofort eintritt und man nicht auf eine längere Wachstumsperiode warten muß, wie bei den Pflanzungen und da die Einnahmen selbst täglich bar eingehen, ohne daß man auf die Ernte am Ende des Jahres warten muß. Es ist aber nicht möglich, die Produktion aufs Geratewohl zu steigern, wenn nicht rechtzeitig für Aufbewahrungsstellen gesorgt wird. Die Milch, die nicht verkauft wird, wird weggeschüttet. Die Erzeugung von Butter ohne Kühlanlagen ist unmöglich; und selbst wenn solche für sie erbaut sind, muß sie doch eine besondere Anfbewahrungskapazität haben. .Wenn wir eine organisierte Milchindustrie hätten, wären unsere bestehenden Siedlungen längst konsolidiert und es wäre Raum frei für neue Wirtschaften. Wir stünden nicht vor der Unmöglichkeit, einen Teil der Einwanderer aus Deutschland organisieren zu können, die nicht genug Mittel haben, zu warten, bis die Pflanzung Früchte trägt. Naoh dem gegenwärtigen Zustand muß jede Wirtschaft, die in der bewässerten Zone eingerichtet wird, und ein Minimum „beschränkender Faktoren" vorfindet, ohne es zu wollen, die Existenz von Wirtschaften der unbewässerten Zone untergraben. Es ist nicht nötig, einen Brunnen zu verstopfen, wenn sein Wasser versiegt, es genügt, neben ihm einen tieferen Brunnen zu graben, dessen Wasser von dem einen zum anderen übergeht. Die Konkurrenzfähigkeit der verschiedenen Produkte

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