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Palästina · 1933-10-01 · Heft 10-11 (Oktober 1933) · p. Seite 350

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
16 (1933)
Issue
Heft 10-11 (Oktober 1933)
Article
Der Entwicklungsgang der Arbeiter-Krankenkasse in Palästina
Date
1933-10-01
Page
Seite 350 (sequence 6)
Language
German
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Im Erholungsheim in Moza wurde mit Hilfe eines Nachlasses des J. Russek aus Amerika ein weiteres Gebäude errichtet. Die ärztliche Tätigkeit wurde intensiviert, neue Zweige der Behandlung, wie Urologie, Orthopädie, Pneurno-* thoraxbehandlung Lungenkranker etc. in den städtischen Ambulatorien eingeführt. Mit steigender Einwanderung hochqualifizierter Aerzte aus Deutschland wurde eine Reihe neuer Aerzte in den Städten und am Dorfe aufgenommen, was zur Hebung des medizinischen Niveaus führen wird. Die größeren Ambulatorien in den Kolonien werden mit Spezialisten, namentlich Kinderärzten, versehen. Die Zahnbehandlung, die bis vor kurzem sehr im Argen lag, machte eine rapide Entwicklung durch. Es wurde das zentrale Zahnatelier in Tel-Aviv mit weiteren guten Kräften besetzt (momentan arbeiten dort acht Aerzte) und in Haifa und Jerusalem neue Zahnateliers eröffnet, bezw. reorganisiert und sehr viele Kolonien mit guten Zahnärzten versehen. Unser medizinisches Personal setzt sich heute folgendermaßen zusammen: 82 Aerzte, 27 Zahnnärzte, 10 Apotheker, 50 Krankenschwestern und Pflegerinnen, deren Zahl fortwährend im Steigen begriffen ist. Invalidenfonds. Zuletzt sei noch einer Einrichtung Erwähnung getan, die sich in den letzten drei Jahren entwickelt — des InvaBdenjfonds. Die Zahl der durch die Arbeit und die ungewohnten Verhältnisse im Lande -invalid gewordenen Arbeiter ist ziemlich groß, und die Frage wartet schon lange einer entsprechenden Lösung. Nun ist aber die endgültige Lösung auch jetzt noch nicht da. Aber der jüdische Arbeiter konnte nicht ruhig zusehen, wie sein Bruder als Opfer der Arbeit und der vielen Krankheiten des Landes langsam körperlich und seelisch zugrunde geht, bis man an einem grünen Tisch sich zusammensetzen wird, um über das« Problem zu beraten und Beschlüsse zu fassen, die wahrscheinlich nicht verwirklicht werden. Das Tempo war ihm zu langsam. Er ging Jiin um'd setzte sich gleich an ein Ende des Tisches; jedes Kassenmitglied zahlt 1—2 Piaster monatlich, zusammen mit dem Mitgliedsbeitrag, Administrative Spesen gibt es fast überhaupt nicht. Das Inkasso wird von dem administrativen Apparat der Kupat- Cholim besorgt und im Laufe von weniger als drei Jahren haben sich schon gegen 6000 Pfund angesammelt. Der Fond hat schon am Anfang 1932 seine Tätigkeit begonnen, freilich in sehr beschränktem Maße, bis — sjich auch die anderen bequemen werden, die Runde des Tisches auszufüllen. Namentlich sind hiezu die Arbeitgeber, die Jewish Agency und die Munizipalitäten eingeladen. Präventivarbeit. Auch auf diesem Gebiete haben wir einen dauernden Fortschritt zu verzeichnen: in bezug auf Volksaufklärung, insbesondere im Kampfe gegen die herrschenden Infektionskrankheiten wurde von den Aerzten der Krankenkasse und' in ihren Organen in Wort und Schrift eine rege Tätigkeit entfaltet. In der Tageszeitung „Dawar" wurde eine besondere Rubrik „Mischmar Habriuth" diesem Zwecke gewidmet. Zur Aufsicht auf die sanitären Verhältnisse in den Kibuzim in den Kolonien wurde ein besonderer Arzt angestellt. Freilich sind die Wohnungsverhältnisse in den Kibuzim derart schlechte, daß mit wenigen Mitteln nicht viel auszurichten sein wird. Auch die Säuglingsfürsorge, die früher die Domäne der Hadassah war, wird nunmehr in den Rahmen unserer

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