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Palästina · 1933-10-01 · Heft 10-11 (Oktober 1933) · p. Seite 343

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Journal
Palästina
Volume
16 (1933)
Issue
Heft 10-11 (Oktober 1933)
Article
Stand und Aussichten der palästinensischen Chemikalienwirtschaft
Date
1933-10-01
Page
Seite 343 (sequence 5)
Language
German
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feisäure ausgeglichen werden kann. Es ist zwar richtig, daß man heute international fast ganz davon abgekommen ist, Elementarschwefel als Ausgangsmaterial für die Schwefelsäuregewinnung zu verwenden. Das geschieht nur noch zum Teil in England und Nord-Amerika. Im allgemeinen geht man von dem aus der Abröstung von Kiesen und sulphidischen Erzen gewonnenen Schwefeldioxyd aus, nicht von dem aus der Schwefelverbrennung gewonnenen gleichen Gas. Aber in Palästina stehen derartige Erze nicht an, und da die Art des Schwefelvorkommens billige Gestehungskosten bedingt, ist nicht einzusehen, welche Gründe gegen die Errichtung einer kleinen Scjhwefelsäurefabrik auf Basis der Schwefelvorkommen von Ghaza sprechen sollten. Nicht mit Unrecht ist man allgemein der Auffassung, daß gerade der Stand der Schwefelsäureerzeugung und des Schwefelsäureverbrauches eines Landes einen sicheren Rückschluß auf seine industrielle Kultur gestatten. Von der Schwefelsäureproduktion sind die wichtigsten chemischen Industrien abhängig, nicht nur die Produktion von Kunstdünger, Superphosphat, Ammonsulphat, Kaliumsulphat, sondern auch die an Arzneimitteln aller Art, Salzsäure, Sprengstoffen, Sulphaten der Metalle usw. Nun haben wir in Palästina bisher nur einen geringen Schwefelsäurebedarf gehabt. Aber dieser wird sicherlich steigen müssen, und er wird auch dadurch angeregt werden können, daß genügend Material an Ort und Stelle, das heißt ohne die Vorbelastung durch Frachten usw., produziert werden würde. Wichtig wäre diese Produktion vor allem nach zwei Richtungen hin: Die eine verweist auf die Gruppe 5 der oben angegebenen Rohstoffquellen, das sind die Phosphatvorkommen von Bethlehem. Diese werden jetzt auf ihre Verwendbarkeit sehr eingehend geprüft. Man beschäftigt sich vor allem mit der Frage, ob es möglich ist, die Phosphate des genannten Vorkommens durch Flotation von der Gangart zu befreien und soweit auszureichern, daß eine Verwendung für die Superphosphatproduktion möglich ist. Versuche dieser Art werden jetzt angestellt. Verlaufen sie positiv, so bestände schon in dieser Richtung ein ziemlich gesicherter Absatz für die Schwefelsäure durch die Produktion von Superphosphat, die zusammen mit der von Kalisalzen zu einer Mischdüngerproduktion von Wichtigkeit führen könnte. Außerdem könnte die Produktion von Kaliumsulphat aufgenommen werden. Die andere Richtung wäre die Verwendung von Schwefelsäure in der Produktion von Kunstseide, deren Entwicklung in allerdings noch kleinem Umfange im Lande bevorsteht. Die Manganerzvorkommen bei Akaba sind noch zu unerforscht, um als etwaige Grundlage einer 'chemischen Produktion betrachtet werden zu können. Sie dürfen nicht mit denen verwechselt werden, die seit Jahren auf der eigentlichen Sinai-Halbinsel bei Umbogma innerhalb der ägyptischen Landesgrenzen ausgebeutet werden, wenn sie auch zweifellos zu dem gleichen Erzkörper gehören. Eine metallurgische Verwendung dieser Erze in Palästina kommt vorläufig nicht in Frage, wenn überhaupt jemals. Bliebe eine etwaige chemische Verwendung, aber diese hängt davon ab, ob die Mn-Gehalte der Erze hoch genug sind, um diese zu „chemical ores" zu mactien, wie sie in einer ganzen Reihe chemischer Industrien, vor allem auch in der Akkumulatoren-Industrie, in der Farbenindustrie, als Bleichmittel, Sprengstoffzusätze, Sikkative usw. Verwendung finden. Das sind aber vorläufig noch keine ernstjhaft zu erwähnenden Möglichkeiten. Das gleiche gilt für die Kupfererzvorkommen von Akaba, deren Erforschung ebenfalls noch in den Anfängen steckt. Ob die dortigen Erze bezw. ihre Verhüttung einer palästinensischen chemischen Industrie jemals

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