Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 16 (1933)
- Issue
- Heft 10-11 (Oktober 1933)
- Article
- Stand und Aussichten der palästinensischen Chemikalienwirtschaft
- Date
- 1933-10-01
- Page
- Seite 344 (sequence 6)
- Language
- German
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- Haifa 2× ep/1047930
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irgend welche Ausgangsmaterialien liefern werden, das ist beute noch ganz unklar. Die Oelgewinnung aus Oliven, Sesam usw. ist in Palästina schon sehr alt und hat bereits vor dem Kriege zur Entwicklung einer nicht unbeträchtlichen Seifenproduktion geführt. 1925 begannen dann bei Haifa die „Schemen-Werke" mit einem Kapital von 160.000 Pfund ihren Betrieb, die der Eastern Oil Industrie Ltd. in London gehören und neben der Oelgewinnung und Raffination vor allem Wasch- und Toilettenseifen, Parfüms und Oelkucihen liefern. Die Ausfuhr Palästinas an Seife hat zeitweise einen Wert von ca. 225.000 Pfund erreicht, in den letzten Jahren ist sie wertmäßig infolge des Preisrückgangeis gefallen, aber sie hat im gesamten „Nahen Osten" eine erhebliche Bedeutung. Der Export geht in der Hauptsadhe nach Aegypten und Syrien. Der Bedarf an Aetznatron wird aus England und Aegypten, neuerdings auch aus Rußland gedeckt. Die Errichtung einer leistungsfähigen Aetznatronfabrik, womöglich in Haifa, das heißt unter frachtgünstigen Bedingungen, wäre sehr erwünscht und zweifellos auch ein gutes Geschäift. Bei der in Frage kommenden Kapazität dürfte es sich um ein Objekt von ungefähr 15.000 pal. Pfund handeln. Die Verwendung von Citrusfrüchten für die Produktion von Zitronensäure und zitronensaurem Kalk und parallel hierzu die von Wein zu der von Weinsäure, Weinsteinsäure, Brechweinstein etc. steckt noch in den Kinderschuhen. Gewisse Möglichkeiten hiefür bestehen zweifellos, freilich darf man nicht außer acht lassen, daß eine solche Industrie in Palästina auf eine sehr scharfe und gut organisierte italienische Konkurrenz stoßen würde. Noch kaum »entwickelt und in ihren Entwicklungsmöglichkeiten problematisch sind die Gruppen 3) Erdgas und Petroleum und 6) Gips. Die Bohrungen auf Petroleum haben schon vor dem Kriege eingesetzt. Die Syrian Exploration Co. mit dem Sitz in London, hat in Makarim am Jarmuk mit einem Kostenaufwand von 12.000 türkischen Pfunden in den Jahren 1912 und 1913 auf Petroleum gebohrt, und zwar bis zu einer Tiefe von 161 Metern, aber ohne Erfolg. 1914 hat die Standard Oil im Süden von Hebron Petroleumbohrungen vorgenommen, die durch den Krieg unterbrochen wurden und jedenfalls bis dahin auch keine greifbaren Ergebnisse hatten. Trotzdem ist es nidht ausgeschlossen, daß neue Bojirungen auf 'dem Gebiete von Palästina fündig werden könnten, aber nachdem jetzt mit der Aufschließung des Mossul-Oels in sehr großem Umfange begonnen worden ist und dieses zum Teil bis Haifa geleitet wird, scheint es keinen großen Sinn zu haben, in Palästina neue kleine Quellen zu erschließen. Wichtig für die chemische Entwicklung des Landes können aber die — allerdings noch nicht ganz feststehenden — Pläne der Irak Petroleum Co. werden, einen Teil ihres Erdöls in Haifa zu raffinieren. Hiebe! könnten sich eine ganze Reihe von Nebenindustrien chemischer Natur entwickeln. Der Abbau der Gipsvorkommen Palästinas erfolgt in kleinem Umfange, zum Teil für die Zwecke der Zementfabrikation bei Haifa, die aber in jüngster Zeit dazu übergegangen ist, ihren Gipsbedarf aus Cypern zu beziehen. Die Gründe hierfür sind bisher nicht klar geworden. Eine eigentliche chemische Industrie auf der Gipsverwertung aufzubauen, die in Ländern mit hochentwickelter Chemie, wie etwa in Deutschland durch die I. G. Farbenindustrie, für verschiedene chemische Zwecke herangezogen wird, dürfte im allgemeinen kompliziert und kostspielig sein. Immerhin bestehen auch hier gewisse Möglichkeiten.