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Palästina · 1933-10-01 · Heft 10-11 (Oktober 1933) · p. Seite 340

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Journal
Palästina
Volume
16 (1933)
Issue
Heft 10-11 (Oktober 1933)
Article
Stand und Aussichten der palästinensischen Chemikalienwirtschaft
Date
1933-10-01
Page
Seite 340 (sequence 2)
Language
German
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daß sich im Libanon Braunkohle findet. Aber diese ist ziemlich minderwertig und in normalen Zeiten ist ihr Abbau nicht lohnend, was schon Ruppin in seinem Buch „Syrien als Wirtschaftsgebiet" feststellt. Wenn wir also sagen, daß Palästina kein Ausgangsmaterial für die Entwicklung einer eigenen Kohlechemie besitzt, so stellen wir damit zweifellos einen großen Mangel des Landes fest, wir müssen aber andererseits doch auch gleichzeitig erwähnen, daß ein Land wie Italien ebenfalls keine nennenswerten Kohlevorkommen hat, daß seine Förderung an Stein- und Braunkohle jedenfalls winzig ist, und daß es dennoch in den letzten Jahren dazu übergehen konnte, im Rahmen der Montecatini-Gruppe und in Verbindung mit der I. G. Farbenindustrie eine recht bedeutsame Kohlechemie zu entwickeln. Man verwendet eben in Italien hierfür importierte Kohle; das dürfte, wenn in Palästina einmal entsprechende Möglichkeiten geschaffen worden sind, auch ohne jede Schwierigkeit bei uns möglich sein, steht aber im Augenblick noch nicht zur Diskussion. Von den oben angegebenen Rohstoffquellen des Landes werden im — weitgefaßten — Rahmen einer chemischen Industrie bisher bereits ausgenutzt die Gruppen 1, 2, 4, 7, 9 und 10. Von besonderer Wichtigkeit ist unter ihnen die Gruppe 1, die Ausnutzung der Lauge des Toten Meeres durch die Palestine Potash Co. Ich darf im vorliegenden Rahmen die wichtigsten Grundzüge dieser Produktion als bekannt voraussetzen. Die Tatsache, daß das Unternehmen seit 1930 seine Konzession besitzt und im Laufe der seither vergangenen Zeit die Ausnutzung derselben mit technischem und wirtschaftlichem Erfolg begonnen hat, ist sowohl an dieser Stelle, wie auch in der allgemeinen jüdischen Presse und schließlich in der chemischen Fachpresse oft genug besprochen worden. Deshalb möchte ich mich hier auf den Hinweis beschränken, daß Palästina in der Lauge des Toten Meeres ein Rohstoffreservoir größten Stiles besitzt, dessen Ausnutzung jetzt als technisch und wirtschaftlich möglich erwiesen ist, dessen volkswirtschaftliche Bedeutung für das Land aber erst dann wirklich beurteilt werden kann, wenn die Kaligewinnung und die Bromgewinnung Mengen erreichen wird, die für den Weltmarkt wirklich ins Gewicht fallen. Wenn die Palestine Potash Co. im Laufe von etwa zehn Jahren auf eine Produktion von 100.000 Tonnen Chlorkajium kommen wird, das heißt also auf ungefähr 30.000 Tonnen K20, so wird sich erst bei Ueberschreitung dieser Grenze zeigen können, wie der Weltmarkt auf diesen neuen Produzenten reagiert. Zum Vergleich sei angeführt, daß die deutsche Kaliproduktion in dem Rekordjahre 1929 einen K20-Inhalt von 1,483.000 Tonnen hatte, die junge französische Produktion in ihrem Rekordjahr 1930 einen solchen von 506.000 Tonnen. Die deutsche Rekordproduktion hatte einen Wert (Verkaufswert) von insgesamt 238 Millionen Mark, die gesamte deutsche Produktion im Jahre 1931 mit 941.000 Tonnen K20 hatte einen Verkaufswert von 150 Millionen Mark, wobei zu bemerken ist, daß die deutschen Inlandspreise infolge der straffen Syndizierungj auf Grund des Reichskaligesetzes immer verhältnismäßig stabil blieben und eine neu entstehende Außenseiterproduktion wie die der Palestine Potash Co. nicht mit solchen Preisen rechnen kann und wohl auch gar nicht will. Ich führe diese Zahlen hier deshalb an, weil man in der jüdischen Oeffentlichkeit Europas vielfach übertriebene Erwartungen in bezug auf die aus der Kaliproduktion des Toten Meeres erzielbaren Werte hegt. Solche Produktionen schlagen aber, wie die Zahlen zeigen, doch nicht so sehr zu Buch, wie man dies in breiteren Krei-

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