Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 16 (1933)
- Issue
- Heft 10-11 (Oktober 1933)
- Article
- Zum Problem der staatsbürgerlichen Erziehung in Palästina
- Date
- 1933-10-01
- Page
- Seite 335 (sequence 7)
- Language
- German
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als selbstverständliche Gegebenheit.); Israel in seinem Lande (Se- 335 gen und Gefahr: Baalskult). Der erste Judenstaat und seine äußeren und inneren Schwierigkeiten; die politischen Ideen der Propheten; der Kampf um die Erblichkeit des Führertums. Führertypen: Mosche, der Geweihte; Josua, der Stellvertreter; die Richter als Gewählte, meist niederer oder gar schimpflicher Abkunft, zwischen deren Regierung zum Teil anarchische Interregnen, unter ihnen aber Gideon, der die ihm angetragene Königswürde ablehnt — vergleiche jetzt Bubers „Königtum Gottes" —; Eli — wie schon Aaron — der Priester, der an der Tragik der den Erbgang nötig machenden, aber ihn noch nicht personhaft legitimierenden Institutionen scheitert; dasselbe Scheitern bei Schmuel, dessen Söhne gleichfalls das Vorbild des Propheten — Priesters — Richters nicht erreichten; daraufhin „Gewaltenteilung" und Königswahl „wie bei allen Völkern". Saul ist das unglückliche Opfer dieser ersten Kollektiv-Assimilation. Sauls Scheitern an seiner, auch körperlichen „Normalität"; er ist, zum ersten Male, außer dem gleichfalls tragisch untergegangenen Simson, kein jüngster Bruder und auch kein geringster aus der kleinsten Familie, sondern gleichsam ein König von Geburt und daher kein Führer aus Gnade. Seine Vergötzung des Königtums: er setzt sich ein Denkmal; sein Versuch, die Gewaltenteilung rückgängig zu machen; er bringt selbst Opfer, und wieder Selbstvergötzung: er schont nicht das feindliche Volk, sondern den feindlichen König, den Kollegen, nicht Ämalek, sondern Agag, König von Amalek. Daraufhin: Scheitern des Versuches der Erbfolge und Dynastiegründung; das Volk hat seine Sünde — das Königtum — gewollt und bekommen; es wird fortgeführt. Aber wieder wird ein Jüngster Gnadenführer: David. Dem künftigen Messiaskönig werden alle Schwierigkeiten aus dem Wege geräumt, an denen Saul scheiterte und an denen die Könige nach ihm scheitern sollen: der Kampf mit der Familie des Vorgängers durch den Ehebund mit Sauls Tochter und den Freundschaftsbund mit Sauls Sohn, der Kampf mit den Priestern, die ihm vielmehr sein siegreiches Schwert bewahren; der Kampf mit der Prophetie, die ihn vielmehr in der Gestalt Gads in die entscheidende Begegnung mit Saul schickt; der Kampf mit den Enterbten, die sich vielmehr in der Höhle Adulam um ihn sammeln; der Kampf mit dem eigenen Sündentrieb: Avigail schützt ihn davor, sich an Nabal zu vergreifen, und die Eifersucht der Philisterfürsten schützt ihn davor, gegen das eigene Land zu kämpfen. Das alles dauert, bis er König wird. Dann kommt der Abfall in die Verwirklichung, in die Wirklichkeit. Es