Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 16 (1933)
- Issue
- Heft 10-11 (Oktober 1933)
- Article
- Zum Problem der staatsbürgerlichen Erziehung in Palästina
- Date
- 1933-10-01
- Page
- Seite 334 (sequence 6)
- Language
- German
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334 Mehrheit aller Juden wird aufnehmen können. Selbst eine nach jüdisch-arabischer Verständigung vielleicht mögliche Kolonisation der Nachbarländer macht diesen Satz nicht ungültig. Die Diaspora wird also bestehen bleiben; wir hoffen sie mit dem Zentrum Palästina verknüpf t zu sehen, aber wir müssen uns auch selbst mit ihr verknüpfen. Aus diesen drei Voraussetzungen ergeben sich die f olgenden Forderungen an Kenntnissen für den staatsbürgerlichen Unterricht, die entweder in einem besonderen Lehrfach oder, mit vielleicht noch besserem Erfolge, durch staatsbürgerliche Durchdringung "der bisherigen Fächer verwirklicht werden können: 1. Unsere historisch-politische Verknüpfung mit England muß in der Kenntnis der englischen Sprache, Geschichte und Politik, im Studium des englischen Volkscharakters und der ihm spezifischen Vorstellungen und Einrichtungen seinen Ausdruck finden. 2. Unsere Schicksalsbindung an das arabische Volk verlangt von uns die Beherrschung der arabischen Sprache zum mindesten in Wort, wenn möglich auch in Schrift, mit Abschluß der Volksschule. Arabische Geschichte und Ethnologie ist in liebevollem Eindringen zu studieren. Der in Palästina lebende Araber muß in seiner Eigenwüchsigkeit verstanden und ohne den europäischen Hochmut eines Kolonisationsvolkes angesehen und behandelt werden. Schulausflüge und größere Wanderungen haben nicht nur die Kenntnis des jüdischen Palästinas zu sichern, sondern auch die Fühlungnahme mit unseren Nachbarn zu fördern. 3. Unsere kreatürliche und daher unauflösliche Daseinsidentität mit dem gesamten und einheitlichen jüdischen Volk überall auf der Welt und in der Tiefe der Zeiten zwingt uns und macht uns fähig, seinen gesamten geistigen Besitz in lebendiger Auswahl aufzunehmen und ihn durch eine die vielgestaltige Gegenwart des jüdischen Volkes lehrende „Judenheitskunde" abschließend zu aktualisieren. IV. Zur weiteren praktischen Auswertung der vorstehend gegebenen prinzipiellen Erkenntnisse und Folgerungen seien nun abschließend noch einige Themen staatsbürgerlichen Interesses mitgeteilt, die jedes einzelne der Schulfächer zu einem Mittel politischer Bildung machen können. 1. Bibel. Israel und sein Land (Das Land als Aufgabe, nicht