Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 16 (1933)
- Issue
- Heft 10-11 (Oktober 1933)
- Article
- Zum Problem der staatsbürgerlichen Erziehung in Palästina
- Date
- 1933-10-01
- Page
- Seite 333 (sequence 5)
- Language
- German
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Lehrers. Leitet er — und oft wird er es müssen — so soll das nicht 333 aus dem Versteck geschehen. III. Zum Inhalt des jüdisch-staatsbürgerlichen Unterrichtes übergehen, heißt, die zu Beginn des vorigen Absatzes aufgestellten Fragen unserer Beziehung zu England, zu den Arabern und zu der außerpalästinensischen Judenheit zu beantworten. Man darf viel-' leicht heute schon die folgenden Formulierungen als communisopinio eines bestimmten Kreises unter den palästinensischen Lehrern in Anspruch nehmen, wobei radikalere Meinungen von Einzelgängern praktisch vorläufig unerheblich, außer Ansatz bleiben. 1. Der Schutz des Mandats und der Mandatarmacht ist vorläufig unentbehrlich. Bei der bestehenden Gegensätzlichkeit der offiziellen zionistischen und der offiziellen arabischen Politik kann allein ein Dritter, zum mindesten theoretisch neutraler Machtfaktör Frieden und Sicherheit im Lande verbürgen. Es ist aber auf lange Sicht keineswegs im jüdischen Interesse, die Mandatarmacht etwa im Sinne einer einseitigen projüdischen Stellungnahme zu beeinflussen. Ihre Aktivität ist vielmehr auf die Herbeiführung einer, hoffentlich immer noch möglichen Verständigung zwischen Juden und Arabern und auf eine Hebung auch des arabischen Wirtschafts¬ und Kulturniveaus zu richten. Eine solche Haltung entspricht gewissen Tendenzen innerhalb der britischen Imperialpolitik selbst, die sich, wie das Beispiel Indiens zeigt, auch in dem jetzigen Kabinett der nationalen Sammlung gegen die konservativen Extremisten durchzusetzen scheint, Wir dürfen den Arabern, wiederum in unserem eigenen Interesse, nicht als die Vorkämpfer einer noch imperialistischeren Politik Englands erscheinen, als sie heute gemeinhin praktiziert wird. 2. Daraus ergibt sich schon, daß wir die Araber als völlig gleichberechtigte Partner des in Palästina werdenden zukünftigen Gemeinwesens anerkennen. Dieses Gemeinwesen hat im Augenblick drei Partner: es ließe sich eine Zukunft vorstellen, in der es, der Zweckbestimmung des Völkerbundsmandates entsprechend, nur noch zwei hätte: Juden und Araber. Gewisse strategisch oder wirtschaftlich wichtige Hauptpunkte oder Hauptlinien mögen einer solchen Lösung im Wege stehen, die aber auf die Dauer wenigstens weder von Juden, noch von Arabern erschwert werden sollte. 3. Auch die letzten tragischen Geschehnisse in Deutschland können uns nicht darüber täuschen, daß Palästina niemals die