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Palästina · 1933-07-01 · Heft 7-9 (Juli 1933) · p. Seite 292

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Journal
Palästina
Volume
16 (1933)
Issue
Heft 7-9 (Juli 1933)
Article
Mandatskommission : der Bericht der englischen Regierung 1932 [Nachricht]
Date
1933-07-01
Page
Seite 292 (sequence 6)
Language
German
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auf der Suche nach einer Anstellung sind. Es schien untunlich, bei Arbeitsuchenden einen Unterschied zu machen zwischen Personen, die kleine Grundstücke besitzen, welche sie zu gewissen Jahreszeiten bearbeiten, und solchen, die überhaupt keinen Bodenbesitz haben. Ueber die Bewegung der Arbeitslosenziffern enthält der Bericht folgende Angaben: Nach ungefähren Schätzungen sank die Zahl, arabischer Arbeitsloser im Jahre 1931 niemals unter 11.000 und war mit 35.000 im September jenes Jahres am höchsten. Im Jahre 1932 betrug die Höchstziffer der arabischen Arbeitslosigkeit 21.000 im Jänner, der tiefste Stand wurde im November mit 10.500 erreicht. Unter den Juden schwankte die Arbeitslosigkeit 1931 zwischen 2600 im November und 2000 im März. 1932 betrug der Höchststand 2400 im Jänner, der Tiefstand 950 im April. In den letzten fünf Monaten des'Jlahres schwankte die Arbeitslosigkeit unter den Juden zwischen 1100 und 1400. Bei den Arabern betraf die Arbeitslosigkeit hauptsächlich ungelernte Arbeiter und Angestellte. Bei den Juden beschränkte sich die Arbeitslosigkeit zum Jahresende auf männliche und weibliche Handels- und Bureauangestellte. Steigerung der Beschäftigung wiesen fast ausschließlich das Baugewerbe und seine Nebengewerbe, sowie die Citrus-Kultur auf. Die zunehmende Beschäftigung in diesen beiden Produktionszweigen betraf Araber und Juden, hauptsächlich jedoch Juden. Diese Beschäftigungssteigerung sowie die Niederlassung von Personen mit eigenem Kapital und die von diesen Personen vorgenommenen Investitionen erschlossen weitere Arbeitsmöglichkeiten auch auf anderen Gebieten. Deshalb hielten sich die Vertreter der organisierten Arbeit für berechtigt, die Forderung nach besseren Arbeitsbedingungen zu erheben. (Daßi die -Zählung der arabischen Arbeitslosen sehr mangelhaft ist, wurde von uns» schon wiederholt ausgeführt. — Die Red.). Verhältnismäßig häufig wurden Forderungen nach besseren Arbeitsbedingungen — hauptsächlich Lohnerhöhung und Herabsetzung der Arbeitszeit — im Zusammenhang mit den auf Organisierung der arabischen Arbeiten abzielenden Bestrebungen, insbesondere im Subdistrikt Haifa erhoben, wo eine beträchtliche Zahl von Arabern und Juden gemeinsam bei öffentlichen Arbeiten und anderen großen Unternehmungen beschäftigt waren. Es ist deshalb wahrscheinlich, daß diese Forderungen durch das Beispiel der Juden angeregt wurden. Die Auseinandersetzungen über diese Forderungen wurden von der Vereinigung arabischer Arbeiter in Haifa oder vom allgemeinen Arbeiterklub geführt und vom Allgemeinen Jüdischen Arbeiterverband unterstützt. Zu einer weiteren Organisierung arabischer Arbeiter kam es nicht. Von den Arbeiterorganisationen, die ausschließlich Araber umfassen, waren im Berichtsjahre nur zwei, nämlich der christliche orthodoxe Arbeiterverband in Jaffa und däe Vereinigung arabischer Arbeiter in Haifa tätjig. Versuche, auch anderwärts arabische Gewerkschaften zu gründen, hatten keinen Erfolg. Es existieren in Palästina auch einige „gemischte" Gewerkschaften, die sowohl Juden, als auch Araber umfassen. Die größte von diesen ist die dem internationalen Eisenbahn-, Post- und Telegraphenarbeiterverband angeschlossene Gewerkschaft der Eisenbahn-, Post- und Telegraphenarbeiter Palästinas mit Zweigorganisationen in allen größeren Zentren. Bisher konnte diese Gewerkschaft, die 1919 gegründet wurde, und 300 jüdische, sowie 200 arabische Mitglieder umfaßt, noch nicht jene Bedingungen erfüllen, die die Regierung als Voraussetzung für die offizielle Anerkennung von Gewerkschaften für

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