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Palästina · 1933-07-01 · Heft 7-9 (Juli 1933) · p. Seite 282

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Journal
Palästina
Volume
16 (1933)
Issue
Heft 7-9 (Juli 1933)
Article
Der French-Bericht [Nachricht]
Date
1933-07-01
Page
Seite 282 (sequence 3)
Language
German
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282 künden sei". Seither ist die Behauptung, es sei in Palästina ein „landloses Proletariat" von Arabern vorhanden, entstanden infolge Verdrängung durch die Juden, verdammt zur Vagabondage und Elend, aus der Diskussion über die Lage in Palästina nicht mehr verschwunden. So wurde die zionistische Bewegung beschuldigt, die Schicksalsgestaltung des jüdischen Volkes auf Kosten der Wohlfahrt der nicht jüdischen Bevölkerung Palästinas zu versuchen. Die Entfernung von etwa 500 Weidenutzberechtigten und Bauern in einem Zeitraum von zwölf Jahren seit Einsetzung der britischen Verwaltung in Palästina oder durchschnittlich 50 Familien im Jahre kann keineswegs als Ausdruck jenes ominösen Prozesses betrachtet werden, der in den angeführten Dokumenten beschrieben oder angedeutet wird. Selbst wenn Mr. Frenchsursprüngliche Annahme einer Zahl von 1000 bis 2000 „dislozierten" Arabern sich als richtig erwiesen hätte — was nicht der Fall war — so. hätte die Lage keine wesentliche Aenderung erfahren. (Inzwischen ist die Registrierung der verdrängten arabischen Familien abgeschlossen worden. Es sind insgesamt 889 registriert worden. — Die Red.) Gemessen an den Bedürfnissen des jüdischen Volkes, an der Not der Massen, an der wirtschaftlichen Notwendigkeit von Wanderung und Siedlung, war der Zionismus stets eine arme, sich hart abmühende Bewegung. Gegenwärtig warten etwa 7000 landwirtschaftliche Arbeiter, die fünf bis zehn Jahre auf privaten Pflanzungen gearbeitet haben, auf Ansiedlung. 40.000 junge Männer und Mädchen, sind ih den Chaluzorganisationen verschiedener Länder organisiert, schulen sich für Palästina ohne die bestimmte Aussicht, hier mit Land und Inventar ausgestattet zu werden. Könnten sie absorbiert werden, so würden weitere Zehntausende um dife gleiche Hilfe bitten. Im Verhältnis zu einer derartigen Aufgabe sind unsere „Körperschaften" nicht „reich und mächtig", sondern eher nicht ausreichend und stehen unter starkem Druck. Andererseits sollte nicht übersehen werden, daß die jüdischen Kolonisationsinstrumente nicht die profitjagenden Unternehmungen auf die Ausbeutung billiger Eingeborenenarbeit sich stützender privilegierter Gesellschaften sind, sondern, daß sie den Zwecken des öffentlichen Wohles im!h(öch«?tien Sinne des Wortes dienen, indem sie einwandernden Arbeitern und Handwerkern landwirtschaftliches Inventar, Behausung und Kreditmöglichkeiten bieten. Der Landentwicklungsdirektor ist an die jüdische Seite des Problems nicht unter dem Gesichtspunkte des Mandatars herangetreten, das der Mandatarmacht die positive Verpflichtung auferlegt, die Errichtung des jüdischen Nationalheims — ein Ausdruck, der im Vokabular Mr. Frenchs nicht vorkommt — zu sichern. Statt im Lichte objektiver Tatsachen einzusehen, daß in der Aufgabe des Mandates, die Errichtung des jüdischen Nationalheims aktiv zu fördern, bei gleichzeitiger Förderung der Wohlfahrt aller Einwohner Palästinas, nichts Widerspruchsvolles oder Unvereinbares liegt, scheint Mr. French weiterhin von der Annahme eines Antagonismus zwischen den beiden Teilen des Mandates auszugehen. Dieser von Grund aus falscher Gedanke muß notwendig zu unfruchtbaren Argumenten führen. Mit ihm als Basis kann nie und nimmer eine konstruktive Politik ausgearbeitet werden. Eine Auffassung, der zufolge alles, was dem jüdischen Siedler nützen könnte, notwendigerweise sich als schädlich für den arabischen Bauern erweisen müsse, während jegliche Einschränkung jüdischen Unternehmungswillens und

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