Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 16 (1933)
- Issue
- Heft 7-9 (Juli 1933)
- Article
- Metallwirtschaftliche Möglichkeiten in Palästina
- Date
- 1933-07-01
- Page
- Seite 244 (sequence 8)
- Language
- German
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schnittlichen Lebensdauer von Eiseninvestitionen dar. Diese Grenzen können sich — je nach der Wirtschaftslage, der Pflege des Materials und auch1 je nach dem Klima — nach oben verschieben. Die speziellen klimatischen Einflüsse Palästinas auf die Lebensdauer des investierten Eisens werden ja im allgemeinen so beurteilt, daß das Material hier nur für kürzere Fristen brauchbar ist als etwa in Europa. Wie dem auch sei: Tatsache ist soviel, daß allmählichi ein Schrottaufkommen im Lande vorhanden sein wird, daß die Sammlung und Wiederverarbeitung lohnt. Es wird möglicherweise auch dadurch noch vergrößert werden, daß die Rohre der großen pipe-line ja mit der Zeit zur Auswechslung gelangen müssen. Die Sammlung von Schrott ist im Lande bereits in gewissem Umfange organisiert. Wir können das Einsetzen dieser Sammeltätigkeit an den Ausfuhrstatistiken genau verfolgen. Bis 1927 hat Palästina keinen Eisenschrott ausgeführt, 1928 erscheint dann in der Außenhandelsstatistik zum ersten Male ein Exportquantum von 2026 Tonnen Schrott im Werte von 6121 Pfund, das zur Hälfte nach Italien, und zur anderen Hälfte nach Frankreich exportiert wurde. Die Ausfuhrmengen sind inzwischen gestiegen. Dieses Material kann, soweit es sich um Gußbruch handelt, natürlich ohne Schwierigkeiten im Lande selbst wieder verwendet werden; soweit es sich um Stahlschrott handelt, liegen die Dinge insofern komplizierter, als zu dessen Wiederverwendung die Errichtung eines kleinen Siemens-Martin-Ofens notwendig wäre. Es kann sich natürlich nur um eine sehr kleine Anlage handeln, vielleicht um einen Ofen mit einem Fassungsvermögen von fünf Tonnen. Aber ein solcher wird zweifellos schon in kurzer Zeit durch den Schrottentfall in Palästina selbst alimentiert werden können. Das wäre sehr wichtig, denn es könnten hieran eine ganze Reihe vom kleinen Unternehmungen etwa ein kleines Blechwalzwerk oder eine Drahtzieherei ungegliedert werden. Ein Unternehmen der letztgenannten Art hätte einen sicheren Absatz, nachdem Nägel, Drahtnetze und sonstige Drahtwaren durch die jetzt in einie Aktiengesellschaft umgewandelte „Barseiith" produziert werden, und zwar in einem Umfange, der den Landesbedarf decken soll.*) Für die Wiederverwendung von Altmetallen außer Eisen, also Altkupfer, Altmessing usw. liegen die Dinge ebenfalls nicht mehr aussichtslos. Freilich': Diejenigen Betriebe, die in den meisten übrigen Ländern den Hauptentfall an derartigen Materialien aufzuweisen haben: Eisenbahn und Post sind im Lande noch zu schwach entwickelt, um nennenswerte und einigermaßen sichere Altmetallkontingente der Industrie zur Verfügung stellen zu können. Das gilt insbesondere für die Eisenbahn. Aber auf der anderen Seite bietet das sich rapide entwickelnde Kraftfahrwesen Palästinas hiefür einen, gewissen Ersatz. Mit einiger Geschicklichkeit wird es zweifellos einem Altmetallhändler, der sein Fach versteht, möglich sein, Motorengeh'äuse, die ja zum großen Teil heute aus Aluminiumlegierungen bestehen und immer weniger aus Grauguß, sowie weitere Metallteile aus Kraftfahrzeugen in einem Umfange zu sammeln, der für die Alimentierung kleiner Metallschmelzen völlig ausreicht. Kupfermaterialien dürften allerdings im Lande vorläufig knapp sein, aber anderer- *) Die Frage der Sammlung von Alteisen in großem Stil hängt nach Meinung von anderen Fachleuten von günstigen Abtransportbedingunjgen des Materials ab, sonst stellt sich die Fracht für zerstreut liegende kleinere Mengen, wie sie in Palästina anfallen, zu hoch. — Die Red.