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Palästina · 1933-07-01 · Heft 7-9 (Juli 1933) · p. Seite 240

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
16 (1933)
Issue
Heft 7-9 (Juli 1933)
Article
Metallwirtschaftliche Möglichkeiten in Palästina
Date
1933-07-01
Page
Seite 240 (sequence 4)
Language
German
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so wird immer die Möglichkeit dazu bestehen, den palästinensischen Bedarf bei Außenseitern zu decken. Nicht ganz so einfach liegen die Dinge beim Rohstahl. Infolge der Neubildung der internationalen Rohstahlgemeinsch'aft mit ihren Verkaufsverbänden ist hier der Markt sehr weitgehend durchkartelliert, und zwar auch für Fabrikate. Freilich ist auch das noch' kein schlüssiger Beweis dafür, daß geschickte Verarbeiter nicht weit unter Kartellpreis werden» kaufen können. Festzuhalten bleibt, daß in der metallverarbeitenden Industrie» der Preis des zu verarbeitenden Materials noch weniger als in anderen Industriezweigen für die Gestaltung der Preise der Endfabrjkate entscheidend ist, sondern der Arbeitslohn und etwa noch die Brennstdffpreise. Es ist also nicht zu befürchten, daß eine palästinensische Metallindustrie, die , auf dem Import von Rohmetallen stände, etwa deshalb besonders teuer sein müßte, weil sie mit ihren Einkaufspreisen mehr oder weniger von den oben genannten, völlig außerhalb ihres Machtbereichies liegenden Faktoren abhängig wäre. Auch wenn es sich in Palästina in der Hauptsache — wie schon jetzt, auch! in Zukunft — um kleine und mittlere Betriebe der metallverarbeitenden Industrie handeln wird, so könnten diese in ihrer Einkaufspolifcik doch sehr weitgehend durch einige rührige Metallhandelsfirmen mit internationalen Beziehungen unterstützt werden, die die Technik des Terminhandels kennen, die Märkte übersehen und infolgedessen dazu in der Lage sind, gegenüber starken Kursschwankungen als ausgleichende Faktoren zu wirken. Gewiß, der Weg von Palästina nach London ist weit, aber schließlich hat der Metallhändler etwa in Detroit in U. S. A. ebenfalls riesenhafte Entfernungen zu überwinden, wenn er mit London als Zentrum der internationalen Metallmärkte in Verbindung bleiben will. Es ist keine Frage, daß einige reine Metall-Broker- Firmen in Palästina für die metallwirtschaftliche Entwicklung des Landes im oben angegebenen Sinne außerordentlich viel tun könnten. Der Niedergang des/ jüdischen Metallhandels in Deutschland setzt eine Reihe von Kräften frei, die sich auf diesem Gebiete ohne großen Kapitalaufwand gut betätigen können, die aber nicht von dem völlig verfehlten Standpunkt ausgehen dürfen, es sei heute noch kein Feld hiefür in Palästina, weil der Markt zu klein sei. Im Gegenteil: Sie müßten ihre Aufgabe darin sehen — und die großen europäischen und amerikanischen Metallhandelsfirmen sind nur so entstanden — den Markti erst zu schaffen. Man hört nun freilich im Lande selbst vielfach die Auffassung, es habe keinen Sinn, gegen die Konkurrenz der europäischen Metallverarbeiter anzugehen, die mit ihren Exportprämien stets billiger sein würden als eine palästinensische Produktion und die durch Zölle deshalb nicht vom hiesigen Markt ferngehalten werden könnten, weil dieser ja wiederum darauf angewiesen sei, gewisse landwirtschaftliche Produkte in den fraglichen Ländern abzusetzen, z. B. Orangen. Nun, das ist ein Argument, das zweifellos der Ueberlegung wert ist, das aber schließlich doch nicht dazu führen darf, die Entstehung einer palästinensischen Metallindustrie angemessenen Umfanges zu verhindern. Die Divergenz zwischen dem landwirtschaftlichen Exportinteresse und dem industriellen Produktionsinteresse ist ja überhaupt eine Frage, vor die die palästinensische Wirtschaft früher oder später in noch ganz anderem Ausmaße gestellt werden wird, als heute — wie die Wirtschaft der meisten anderen Länder auch. Man muß sich nur überlegen, ob diese Frage heute nicht doch noch' leichter zu lösen sein wirid, als zu einem

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