Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 16 (1933)
- Issue
- Heft 7-9 (Juli 1933)
- Article
- Die Mineralquellen Palästinas
- Date
- 1933-07-01
- Page
- Seite 233 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Auch die Westküste des Toten Meeres weist noch eine Reihe 233 von Mineralquellen auf, über deren Eigenschaften im einzelnen aber wenig bekannt ist. In der Umgebung von Engedi werden mehrere heiße Schwefelquellen genannt, weiter nördlich dann die schon besser bekannte Quelle Ain el-Feschcha, die außer Blankenborn (a. a. O., Seite 43ff.) auch Masterman12) beschreibt. Eine genauere Analyse ist nicht bekannt. Es handelt sich um eine Gruppe kühlerer Schwefelquellen von rund 25° Celsius Temperatur, denen Blankenborn das ehrende Zeugnis ausstellt, daß ihnen der Name el-Feschcha, Hurenquelle, eigentlich zu Unrecht gegeben wäre, denn „der Schwefelwasserstoffgestank ist lange nicht so merkbar wie bei vielen anderen Quellen am Toten Meer, und wir haben das Wasser ohne Widerwillen genossen. Die nördlichen Quellen.... sind schon weniger angenehm". Nicht nur Menschen, die Palästina nicht kennen, werden von diesem Reichtum des Landes an Mineralquellen überrascht seinj auch gute Kenner des Landes haben in der Regel keine Ahnung von den hier noch ungenutzt liegenden Möglichkeiten. Den reinen Wissenschaftler wird dabei im wesentlichen die Frage interessieren, ob und inwieweit es möglich sein wird, durch fortgesetzte Erforschung der natürlichen Heilschätze Palästinas dort Kurorte und natürliche Trinkbrunnen zu erschließen, die dann für das ganze östliche Mittelmeerbecken und den anschließenden Kontinent die gleiche soziale und hygienische Bedeutung gewinnen würden, die die Heilquellen Europas längst besitzen. Die Kreise aber, die sich die wirtschaftlic he Erschließung und Förderung Palästinas zur Aufgabe gemacht haben, sollten in weit höherem Maße als bisher ihr Interesse den Mineralquellen des Landes zuwenden. Es handelt sich da nicht nur um die Schaffimg eigentlicher Badeorte, obgleich auch deren Bedeutung für das ganze Land, schon allein vermöge der großen Anziehung, die sie auf den Fremdenverkehr ausüben, der dann wieder der einheimischen Landwirtschaft durch Schaffung eines mächtigen Absatzgebietes für hochwertige Boden- und Gartenprodukte zugute kommt, nicht gering ist. In dieser Richtung liegt die weitere Förderung eines planmäßigen Ausbaues von Tiberias und vielleicht die Schaffung eines, allen modernen Ansprüchen genügenden Seebades in Tel- Aviv. Aber darüber hinaus bietet die Verwertung der anderen Mineralquellen noch weitere und sehr aussichtsvolle wirtschaftliche Möglichkeiten. Ein einwandfreies und wohlschmeckendes natürliches Tafelwasser von konstanter Zusammensetzung würde