Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 16 (1933)
- Issue
- Heft 7-9 (Juli 1933)
- Article
- Die Mineralquellen Palästinas
- Date
- 1933-07-01
- Page
- Seite 234 (sequence 14)
- Language
- German
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234 s*ek nur ™ Lande selbst schnell einen Markt erobern, es hätte auch alle Anwartschaft, in den Nachbarländern, z. B. in dem ausgesprochenen Touristenland Aegypten, guten Absatz zu finden. Endlich aber sollten auch die Möglichkeiten einer Verwertung der ausgesprochenen Heilquellen, an denen ja, wie oben gezeigt wurde, in Palästina kein Mangel ist, mehr als bisher in Unternehmerkreisen ins Auge gefaßt werden. Es braucht nur an die bekanntesten europäischen Mineralwässer erinnert zu werden, die bisweilen in Millionen von Flaschen jährlich über alle Länder der Erde versandt werden, und die ihren Besitzern zum Teil ungeheure Einkünfte gebracht haben. Natürlich müßten, bevor sich die Aussichten einer bestimmten Quelle beurteilen lassen, zunächst neue und sorgfältige chemische Analysen ausgeführt werden, und wenn sich aus ihnen die Möglichkeit lukrativer Verwertung ergibt, so müßte für eine nach modernen Prinzipien einwandfreie Fassung der betreffenden Quelle Sorge getragen werden. Hier allerdings beginnt die große Gefahr der Pfuscherei und des Dilettantismus, die Unterschätzung dessen, was an Erfahrungen und Vorkenntnissen dazu gehört, einmal, eine Mineralquelle zu fassen, und dann, ihre Wirkungen wissenschaftlich so zu untersuchen, daß die Ergebnisse überzeugend auf den kritischen Arzt in allen Ländern wirken, so daß er tatsächlich ein solches Heilwasser in die Krankenbehandlung einführt. Beide Forderungen werden in Palästina nicht leicht zu erfüllen sein. Wenn man weiß, wieviel Unheil schon im alten Europa dadurch angerichtet worden ist, daß gewöhnliche Brunnenbauer oder Tiefbauingenieure ohne die erforderlichen Spezialkenntnisse geglaubt haben, sich auch die Fassung von Mineralquellen zutrauen zu dürfen, dann wird man in dieser Beziehung einem ausgesprochenen Kolonialland, wie Palästina es ist, mit sehr berechtigtem Mißtrauen gegenübertreten. Wird es gelingen, durchzusetzen, daß für diese Aufgabe wirklich nur Fachleute aus Ländern mit einer alten Erfahrung im Kurortwesen herangezogen werden? Oder wird hier noch mehr als bei uns der unwissende und darum so unbekümmerte und unbeschwerte Dilettantismus Orgien feiern? Und dann das andere: die eigentliche balneologische Forschung. Gewiß wird man in erster Näherung für die Gewinnung und allmähliche Präzisierung eines Heilanzeigenbereichs für die einzelnen Mineral- oder Heilquellen Erfahrungen heranziehen müssen, die aus ähnlichen natürlichen Kurmitteln Europas hergeleitet sind. Aber dann muß die exakte Nachprüfung einsetzen, die auch allein