Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 16 (1933)
- Issue
- Heft 7-9 (Juli 1933)
- Article
- Die Mineralquellen Palästinas
- Date
- 1933-07-01
- Page
- Seite 230 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/2379786-2379908-2379913-2398391--15753-2398690- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
230 beherrscht, das aber heute nicht mehr so tot ist wie in den vergangenen Jahrhunderten, an dessen Ufern sich vielmehr die große Kaligewinnungsindustrie etabliert hat. Bald wird dorthin eine ZweigHnie der Bagdad-Bahn führen und das ganze Gebiet an den Weltverkehr anschließen, und schon heute hat die Gesellschaft „Kalijah" die Errichtung klimatischer Heilstätten in Angriff genommen. Im Altertum, besonders in der Römerzeit, bestanden große und reich ausgestattete Luxusbäder an den Küsten des Toten Meeres, und erst die arabische Zeit hat zu einer so vollständigen Vernachlässigung der dort vorhandenen natürlichen Heilfaktoren geführt. Von der Quelle von Ain Suweme an der Nordostecke des Toten Meeres weiß Blankenborn (a. a. O., Seite 244) nur zu melden, daß sie ein „schwach brackisches, im ganzen wohl trinkbares Wasser" von 26° Celsius (bei 22° Luftwärme) enthält.' Lartet6) gibt für 1864 die Temperatur mit 27° (bei 17° Lufttemperatur) an. Die Quelle tritt „aus selbstgeschaffenem Kalktuff" heraus, dürfte also eine kalkreiche Quelle sein. Noch weniger erschöpfend sind die Kenntnisse über das etwas weiter südlich in Sandstein eingeschnittene Wadi Hamara, in dem Blankenborn (a. a. O., Seite 233) kalk-, eisen- und manganhaltiges Wasser von 26° Celsius fand mit viel schwarzem Manganeisenabsatz in der Umgebung. Um so besser kennen wir aber die beiden, seit den Tagen der Römer berühmten Quellgebiete, die sich nun weiter südlich anschließen. Das nördliche von ihnen, Hammam Zerka Main, hieß im Altertum Baaru und wird so von vielen Schriftstellern des Altertums, z. B. von Eusebius, und ebenso auf der Madabakarte7) genannt. Blankenhorn (a. a. O., Seite 207ff.) schildert anschaulich das Hervorbrechen „eines in dichte Dampfwolken gehüllten Baches aus heißem Wasser". Die Quellen „haben den Talgrund mit leichten Kalktuffabsätzen wie mit weichen Polstern erfüllt, die uns als Terrassen entgegentreten. Jede der Quellen hat eine Terrasse für sich aufgebaut, verschieden in ihrer Höhe und zum Teil noch überrieselt von dem dampfenden Wasser." Er gelangt schließlich an eine Terrasse „mit überhängender Außenkante, über die ein großartiger, in Dampf gehüllter Wasserfall über 15 m tief herabstürzt, dessen 57° heißes Wasser sich (wie beim Staubbach in der Schweiz) beim Sturz in einen feinen Staubregen auflöst." Aus Klüften und Spalten der Umgebung „steigt heißer Dampf empor, der leicht nach Schwefelwasserstoff und schwefliger Säure