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Palästina · 1933-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1933) · p. Seite 178

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Journal
Palästina
Volume
16 (1933)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1933)
Article
Das landwirtschaftliche Siedlungswerk des Keren Hajessod in Palästina
Date
1933-05-01
Page
Seite 178 (sequence 3)
Language
German
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laufenden Verpachtungen erfüllt — so kann man sagen, daß die vom Keren Hajessod gegründeten Siedlungen sieh, heute selbst erhalten. Seit dem vorigen Jahr hat keine von ihnen einen Beitrag zu ihren Unterhaltskosten oder zur Deckung der Betriebsschulden erhalten. Die Einnahmen und Ausgaben in allen Siedlungen halten sich jetzt die Wage. Das ist allerdings zum ersten Male in diesem Jahre allgemein der Fall, aber nach dem wertvollen Erfahrungen, die man während der letzten Jahre sowohl in finanziell selbständigen wie in noch unselbständigen Siedlungen gesammelt hat, kann man mit der Fortdauer dieses Zustandes rechnen. Natürlich kann es hie und da einmal einen Mißerfolg geben, der aber zu den Ausnahmen gehören wird, wo hingegen eine Siedlung, die ihren vollen Etat erhalten hat, als finanziell unabhängig angesehen werden kann. Auf welche Weise ist dieser Erfolg erzielt worden? Durch ein gründliches empirisches und statistisches Studium der von unseren Siedlern bei der Bearbeitung ihrer Felder und der Behandlung der verschiedenen Zweige der Landwirtschaft erreichten Resultate; durch genaue Ermittlungen über Anüagekosten und Reingewinn; durch wissenschaftliche Versuche auf dem Gebiet des Körnerbaues, des Grünfutters und der Gemüse, des Fütterns der Tiere usw. und — zu guterletzt — dadurch, daß man für jeden Teil des Emek, des Jordantales und der Küstenzone einen genauen Plan für die dem betreffenden Gebiet am besten angepasste Bauern Wirtschaft aufstellte, Auf der Grundlage dieser in acht bis zehn Jahren gesammelten Erfahrungen wurden sechs verschiedene Wirtschaftspläne für die einzelnen Siedlungstypen ausgearbeitet. Die technischen Leistungen der Siedler, die bei jedem einzelnen ihrer Schritte durch die Wanderlehrer der Versuchsstation und andere Beamte des Landwirtschaftsdepartements unterwiesen und unterstützt wurden, sind sehr bedeutend, und obgleich sie in Palästina wie eine ganz alltägliche Erscheinung behandelt werden, möchten wir hier kurz darauf eingehen. Körnerbau: Versuche zur Auswahl der besten Samensorten für Weizen, Gerste, Mais, Flachs; Ausprobieren der Methoden zur Vorbereituing und Bearbeitung des Bodens mit verschiedenen Sorten von Dünger (Tier- und Pflanzendünger, chemischer Dünger), mit verschiedenen Zeiten der Aussaat und verschiedenem Fruchtwechsel in den einzelnen Gebieten von Palästina; Ausprobieren modernster landwirtschaftlicher Maschinen und Geräte. Von den angewandten Methoden und den damit erzäelten Resultaten wurden die Siedler in Kenntnis gesetzt. Es zeigte sich, daß die Fruchtbarkeit des Bodens wieder bedeutend gehoben und die Produktion dadurch erheblich very größert werden konnte, so daß von Feldern, die vor zehn Jahren 60 bis 70 Kilogramm Weizen ergaben, jetzt ein Ertrag von 120 bis 160 Kilogramm pro Dunam erzielt werden kann. Neue Kulturen wurden eingeführt oder verbessert: z. B. Mais, Leinsamen, Klee und Alfalfa. In der Milchwirtschaft wurden als Ergebnis von Versuchen mit Kreuzung, Gattungsauswahl und Fütterung hochproduktive Rindviehrassen erzielt, bei denen die Kühe 3.500 bis 4.500 Liter Milch geben (gegen 1.000 bis 1.500 Liter vor zehn Jahren). Die Kosten der Milchproduktion wurden ^bedeutend verringert. Krankheiten wurden erfolgreich bekämpft. Moderne Stallungen, die

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