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Palästina · 1933-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1933) · p. Seite 177

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Journal
Palästina
Volume
16 (1933)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1933)
Article
Das landwirtschaftliche Siedlungswerk des Keren Hajessod in Palästina
Date
1933-05-01
Page
Seite 177 (sequence 2)
Language
German
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Kolonisatoren 1920 noch die notwendige Erfahrung und Voraussicht fehlte, ist es schwer, einen ernsteren und kostspieligen Fenler zu verteidigen, nämlich den, daß bis 1928 immer neue Siedlungen gegründet wurden, obgleich noch das erforderliche Geld zur VolleiKduing der bereits bestehenden fehlte. Dadurch wurde die Konsolidierung der älteren Siedlungen in unentschuldbarer Weise verzögert. Läßt sich aber auch etwas zugunsten dieses Werkes sagen? Gibt es günstige Resultate des Keren Hajessod im landwirtschaftlichen Siedlungswerk und welche sind es? Und hätten seine Leistungen auch durch die Privatinitiative und auf rein geschäftlicher Basis erzielt werden können? Die erste und wichtigste Tatsache für die Beantwortung dieser Fragen ist die, daß die Privatinitiative sich offenbar ausschließlich auf die Küstenzone beschränkt hat und daß jeder Versuch, über diese Zone hinauszugehen und eigene Siedlungen in anderen Teilen Palästinas zu gründen, bisher gescheitertj ist. Der Verlockung durch die Aussicht auf leichtere Arbeit und größere Gewinne in der Orangenkultur konkiten in der Periode vqn 1928 bis 1932 auch die letzten Reste der Privatinitiative in diesen anderen Gebieten nicht widerstehen. Die Mittelstandssiedler verließen entweder überhaupt den Emek öden mußten vom Keren Hajessod übernommen werden, sofern das nicht gleich vom Anfang an der Fall gewesen war. Das geschah in Poriah, Jedda, Sichron Abraham, Kfar Uriah, Merhavia, Nachlath Jacob und Avodath Israel; die drei letzten Siedlungen wurden durch den Kesren Hajessod gerettet. Investierungen durch die Banken der amerikanischen Gruppe (P. E. C.) in den vier Siedlungen, die sich am meisten dem Typ der Mittelstandssiedlungen im Emek nähern, wären verloren gewesen oder hätten nur mit größter Schwierigkeit liquidiert werden können, wenn der Keren Hajessod nicht direkt oder indirekt zu Hilfe gekommen wäre. Die von Privatpersonen durch die Vermittlung der American Zion Commonwealth und der Meschek-Geselischaft im westlichen und zentralen Teil des Emek gekauften Böden wären unbearbeitet geblieben und verwildert, wenn der Keren Hajessod sie nicht aufgekauft und durch seine eigenen Siedler hätte bearbeiten lassen (was übrigens Gewinft abwarf). Die wirklichen Leistungen des Keren Hajessod erhellen aus folgenden Zahlen und Daten: 1.728 Siedlerfamilien wurden in 48 Siedlungen untergebracht, deren Bevölkerung heute insgesamt zirka 8.200 Seelen beträgt. Diese Zahl bildet etwa 18 Prozent der gesamten jüdischen landwirtschaftlichen Bevölkerung in Palästina und etwa 40 Prozent der na,ch dem Kriege angesiedelten ländlichen Bevölkerung. Diese 1.728 Siedler besitzen heute zirka 4.000 Stück hochwertiges Vieh, zirka 100.000 Stück reinrassiges Geflügel und bearbeiten annähernd 160.000 Dunam Land. Ihren Absatz durch die „Tnuvah" haben die Siedlung^, von 146.000 Pfund im Jahre 1930/31 auf 180.000 Pfund im Jahre 1931/32 erhöht. Wieviele dieser Siedlungen erhalten sich heute selbständig? Wenn wir den Begriff der Selbständigkeit nicht im weitesten Sinne fassen, nämlich als die Selbständigkeit eines wohlhabenden Landwirtes, der außer zum Unterhalt seiner Familie auch noch Mittel zur Vergrößerung und Amortisation seines ganzen Gutes besitzt, sondern in dem engeren Sinne der Selbständigkeit eines Farmers, der nach Deckung aller Betriebskosten aus seinem Bruttoeinkommen einen genügenden Ueberschuß für seine eigenen Bedürfnisse übrig behält, seine Schulden für unproduktive Ausgaben nicht vergrößert und seine

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