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Palästina · 1933-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1933) · p. Seite 175

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
16 (1933)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1933)
Article
Die nationale Kolonisation in Palästina
Date
1933-05-01
Page
Seite 175 (sequence 3)
Language
German
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Problem der jüdischen Arbeit war in der Periode vor Eingreifen der zionistischen Organisation in die Kolonisation ungelöst. Die Kolonisten der Vorkriegszeit waren nicht nur, wie erwähnt, keine Bauern, sondern sie beschäftigten durchaus arabische Arbeiter. Aus den obzitierten Aeußerungen Achad Haam's geht hervor, daß selbst dieser noch 1912 die jüdische Arbeit nur für „feinere Arbeiten" für möglich hielt! Es ist bekannt, wie die zionistische Organisation die Arbeiter ausgebildet und für Nachwuchs im Wege der Chaluzira gesorgt hat. Die Tatsache, daß heute 10.000 bis 12.000 jüdische Arbeiter in den privaten Pflanzungen beschäftigt sind, ist der Tätigkeit der Fonds zuzuschreiben. Wie das „jüdische" Palästina aussehen würde ohne die jüdischen Arbeiter in der Landwirtschaft und die Arbeitersiedler, mag man sich ausmalen. Der Traum von der nationalen Heimstätte wäre schon jetzt ausgeträumt. Die gemeinnützigen Institutionen sorgen ferner dafür, daß die Arbeiter in den Kolonien auch befestigt werden. Hunderte von Familien haben kleine Hilfswirtschaften erhalten und die Arbeit zur Schaffung von solchen schreitet weiter. Wenn einmal eine Zeit der schlechten Konjunktur in den Pandessim kommen sollte, so würde diese Befestigung der Koloniearbeiter einen wirksamen Schutz gegen die ärgsten Gefahren der Arbeitslosigkeit bilden. Wenn neben der Ansetzung von Arbeitern, die sich einige Mittel erspart haben, auf nationalem Pflanzungsboden (Wadi el Chawarith) gesprochen wurde, so muß betont werden, daß auch diese Siedlungen als sehr krisenfest gelten müssen. Vor allem entfällt bei ihnen der Kauf des Bodens aus eigenen Mitteln, indes heute schon der Boden, den private Pflanzer kaufen, maßlos verteuert worden ist. Des ferneren sind diese kleinen Siedlungen nicht bloß auf Zitruskultur beschränkt, wie die privaten in der Pflanzungszone. Bei einer eventuellen schlechten Preiskonjunktur für Orangen werden sie zwar leiden, aber sich doch auf den Füßfen halten, sie werden die Lebensmittel, idie sie brauchen, zumeist aus der eigenen Wirtschaft nehmen können. Neben der direkten Förderung der Kolonisation haben zionistische Fonds auch Institutionen, wie z. B. die Arbeitetbank durch Geldbetedlung gefördert, welche ihrerseits wieder den Kolonisten Kredite geben. So sehen wir, daß die gemeinnützigen Fonds, abgesehen von ihren anderen Tätigkeiten, auf dem Gebiete der Siedlung eine Arbeit geleistet haben und noch leisten, die unersetzlich ist im Aufbau des Kolonisationswerkes und die daher im Interesse des Palästina-Aufbaues weitergeführt werden muß. Die Einnahmen der Fonds sind infolge der Weltkrise gesunken, aber nicht in demselben Maße als man befürchten konnte. Der Keren Kajemeth, der über 300.000 Dunam Boden, der zumeist besiedelt ist, besitzt, konnte zur Ergänzung seiner gesunkenen Einnahmen Kredite aufnehmen, der Keren Hajessod, der ebenfalls als kreditwürdig befunden wurde und daher auch diesen Weg ge^ gangen ist, hat noch einen anderen, der möglicherweise in absehbarer Zeit gangbar sein wird. Er könnte, wie dies vor Jahren Dr. Ruppin und der Schreiber dieser Zeilen vorgeschlagen haben, versuchen, eine Gesellschaft ins Leben zu rufen, die seine Aktiva im Kolonisationswerk (Besitz, resp. Forderungen an die Siedler) übernehmen und ihm dafür den Gegenfwert oder einen beträchtlichen Teil davon — mit 3em anderen bliebe der KH. an der Gesellschaft beteiligt — bar rückzahlen würde. Mit dem erhaltenen Gelde könnte der KH. neue Kolonisationen finanzieren. In letzter Zeit beginnt dieser Plan Interesse zu gewinnen.

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