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Palästina · 1933-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1933) · p. Seite 176

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
16 (1933)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1933)
Article
Die nationale Kolonisation in Palästina
Date
1933-05-01
Page
Seite 176 (sequence 4)
Language
German
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Es ist hier über die Tätigkeit der gemeinnützigen Fonds und Institutionen im Bereich der Kolonisation gesprochen worden. Neben diese treten ihre großen Leistungen für städtische Kolonisation, Industrie, Kredite, Erziehung, Sanität, Einwanderung, Krisenhilfe usw., welche in diesem Zusammenhang nicht näher behandelt werden können. Es kann keine Rede davon sein, daß die Tätigkeit der nationalen Fonds durch den Aufschwung der Wirtschaft in Palästina an Bedeutung verliere. Das Gegenteil ist richtig. Die Fonds sind die einzigen Mittel, welche die nationaljüdische Weltbewegung hat, um Einfluß auf die Gestaltung der jüdischen Heimstätte zu nehmen, die Gesamtinteressen des Volkes dabei zu wahren, sowohl im negativen Sinn, der Begegnung schädlicher Erscheinungen, als im positiven. Sie sind der Ausdruck dafür, daß der Zionismus keine Palästina-Wirtschaftsbewegung ist, sondern daß er die Zukunft des jüdischen Volkes bauen will. Das landwirtschaftliche Siedlungswerk des Keren Hajessod in Palästina. Von L. Bawly, Jerusalem. In gewissen zionistischen Kreisen, sowohl in Palästina, wie im Auslande,, ist es seit Jährten Sitte geworden, die Leistungen der Privatinitiative für das landwirtschaftliche Siedlungswerk in Palästina zu preisen und ihnen gegeuüber die Verdienste des Keren Hajessod auf diesem Gebiet herabzusetzen. Es wird häufig versichert, daß ausschließlich die Privatinitiative — besonders wenn sie durch Bankkredite unterstützt wird — dauernde Erfolge erzielen kann, daß dagegen die aus den Mitteln des Keren Hajessod errichteten Siedlungen schlecht verwaltet und finanziell schlecht fundiert wären, daß sie es nicht zu finanzieller Unabhängigkeit gebracht haben, kurzum daß sie eher ein Passivum als ein Aktivum sind und bleiben müssen. Was ist an diesen Behauptungen richtig? Niemand wird bestreiten, daß in Palästina die Privatinitiative auf dem Gebiet der landwirtschaftlichen Ansieidlung der Juden sehr bedeutende Leistungen aufzuweisen hat. Die landwirtschaftliche jüdische Bevölkerung in der Küstenzone, dem Zentrum der Privatinitiative, ist von 21,370 im Jahre 1927 auf 31.350 im Jahre 1931 gestiegen. Die Besiedlung der Küstenzone ist der wichtigste Anstoß für die Welle der neuen Einwanderung geworden, die 1924 begonnen hat; durch sie hat sich im Laiffe der letzten acht Jahre die Zahl der landwirtschaftlichen Arbeiterbevölkerung von 2.000 auf 11.000 erhöht. Man kann ruhig annehmen, daß auch weiter die Privatinitiative bei jedem Plan für die künftige Ausdehnung der landwirtschaftlichen Ansiedlung in Palästina eine führende Rolle spielen wird, wenigstens im Orangengebiet. Andererseits wird man sich darüber einig sein, daß man an der Art, in der die Keren Hajessod-Mittel verwaltet wurden, scharfe Kritik üben kann. Man hat Siedlungen ohne richtige Pläne und Budgets begonpuem. Die Ausarbeitung der Pläne nahm zuviel Zeit in Anspruch und es wurde Verschwendung mit Geld und Menschenkraft getrieben. Auch in Bezug auf das richtige Maß der Zuteilung von Boden an die einzelnen Siedler wurden Fehler gemacht. Während viele dieser Fehler damit entschuldigt werden können, daß den

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