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Palästina · 1933-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1933) · p. Seite 169

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
16 (1933)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1933)
Article
Die Aussichten der Textilindustrie
Date
1933-05-01
Page
Seite 169 (sequence 5)
Language
German
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Länder vergleicht, müssen auch andere Gesichtspunkte berücksichtigt werden: Die Produktivität, Intensität und Organisierung der Arbeit, Leitung, Profitrate/, Administrationsausgaben, Qualität der Waren usw. Trotzdem ist es interessant, den Arbeitslohn in Palästina mit dem Arbeitslohn in Indien, Japan, d. h. den zwei Ländern zu vergleichen, die von Simpson erwähnt werden, um zu beweisen, daß die Textilindustrie in Palästina keine Aussichten hätte. Gemäß der Untersuchung des Arbeitsdepartments der Regierung der Präsidentschaft Bombays im Jahre 1926*) wurden in dieser Stadt in der Textilindustrie folgende Löhne gezahlt. Durchschnittlicher Tageslohn aller Arbeiter (in Rupien) Männer Frauen Alle Erwachsenen 1,8,0 0,11,11 1,5,3 Diese Tabelle gibt somit einen Durchschnittslohn von 113—114 Müs per Arbeitstag an. Der Arbeitslohn in der Textilindustrie in Japan wird wie folgt angegeben: Der durchschnittliche Arbeitslohn per Tag in japanischen Textilfabriken im Jahre 1928 (in Jen)**) Industriezweig Männer Frauen Durchschnitt Textilfabriken 1,64 0,95 1,10 Strumpffabriken 1,80 1,16 1,33 Dies ist ein durchschnittlicher Tageslohn von 112 Müs in der Textilindustrie im allgemeinen und von 135 Müs in der Strümpfeindustrie. In der Stadt Tokio ist der Durchschnitt höher und erreicht 1,60 Jen oder 163 Müs per Arbeitstag.***) Allerdings wird neuerlich eine Art Dumping von der japanischen Textilindustrie betrieben. Ueber den besonderen Aufschwuaug des japanischen Exports im Laufe des letzten Jahres wird aber folgendes berichtet: „Der Aufschwung des Exports Japans wird kurzlebig sein, da er verlustbringend ist. Die Fabrikanten kalkulieren in Jen zum gegenwärtigen Goldkurs, indes sie die Rohmaterialien zu einem doppelt so hohen Goldwert kaufen müssen. Bei Wiedereijnjdeckung des Rohmaterials merkt der Fabrikant, daß er mit Verlust1 verkauft." (Palästine Post.) Der Durchschnittslohn in palästinensischen Textilbetrieben stellt sich auf ungefähr 200 Müs per Tag. Demnach ist der Arbeitslohn in Bombay um ungefähr 43 und in Tokio um ungefähr 19 Prozent niedriger als in Palästina. Die Analyse der Produktionskosten zeigt jedoch, daß dieser Unterschied für den Preis der Waren nicht entscheidend ist. Der Industriezensus der Zionistischen Exekutive vom Jahre 1929 gibt folgende Zahlen über die jüdische Textilindustrie im Lande an. *) Labour Office of the Government of Bombay; Report of an Enquiry into Wages and Hours of Labour in the Cotton Mill Industry 1926. Bombay 1930. **) International Labour Office. International Labour Review March 1929, Geneva 1929. ***) The Twentieth Annual Statistics of tihie City of Tokio 1924.

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