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Palästina · 1933-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1933) · p. Seite 168

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
16 (1933)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1933)
Article
Die Aussichten der Textilindustrie
Date
1933-05-01
Page
Seite 168 (sequence 4)
Language
German
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liehe Mengen von sehr billigen Kunstseiden- und Baumwollstrümpfen. Noch billigere Sorten, mit denen unmöglich zu konkurrieren wäre, liefert Palästina." Diese Tatsache wird auch durch die folgende Bemerkung in den Vierteljahresbericht der syrischen Regierung im Jahre 1923 bestätigt: „Palästina, das bisher einen großen Teil des Bedarfes an Strümpfen von Beirut gedeckt hat, ist jetzt zu einem Lieferanten des syrischen Marktes für diese Art der Güter geworden. Syrien hat deshalb einen beträchtlichen Verlust in seinem Handel erlitten. Die palästinensischen Strümpfe, die in Syrien eingeführt werden, sind von der einfachen Sorte." Dieses Eindringen in die fremden Märkte ist auch von einer Verdrängung ausländischer Produkte vom palästinensischen Markte begleitet. Der Bericjht der Mandatsregierung an den Völkerbund im Jahre 1928 enthält die folgende Bemerkung:*) „Die Textilindustrie ,hat wieder ein gutes Jahr gehabt. Die hier erzeugten Strümpfe verdrängen die japanischen Strümpfe und andere billige Importwaren vom Markte und finden in den Nachbarländern Absatz. Der Export von Strümpfen wird auf 17,532 Pfund gegenüber 12,618 im Jajire 1927 geschätzt. Es wurden zum ersten Male gestrickte Wollwaren für ungef äjir 2008 Pfund ins Ausland ausgeführt und der Export anderer Waren dieser Kategorie erreicht ungefähr pal. Pfund 5,879. Die Mehrzahl dieser Waren wurde nach Syrien ausgeführt." Diese ersten Versuche zeigen nur den Weg in die Zukunft und die Industrie ist noch in ihren Anfängen. Im Osten wurden die Märkte nur am Rande berührt. In der Reihe von Agrarländern im nahen Osten mit 70 Millionen Einwohnern eröffnen sich in dieser Hinsicht große Möglichkeiten. Prof. Dietrich betont in einem Artikel**) über die gewaltige Absorptionsr möglichkeiten der östlichen Märkte folgendes: „In erster Linie stellt die Nachfrage nach billigen Gütern für die Masse der Völker des Orients, Kleinasiens und Afrikas, wenn auch deren Kaufkraft abhängig ist von den Preisen der landwirtschaftlichen Produkte, eine solche für Bedürfnisse erster Ordnung dar. ... Es ist sicher möglich, die Nachfrage per Kopf in diesen Ländern zu steigern, die erst an der Schwelle einer kaufmännischen und industriellen Entwicklung stehen." Somit ist die zentrale Frage nicht die, ob es Märkte für palästinensische Textilwaren gibt, sondern die nach der Konkurrenzfähigkeit der Industrie, die ihre Waren anbietet. Die Märkte des Nahen Ostens eröffnen große Möglichkeiten für die Industrie, die im Herzen diejser Gebiete aufgebaut wird. Betrachten wir die Faktoren des Kostenaufbaues: Arbeitslohn. Der Arbeitslohn ist keineswegs der Hauptfaktor, der die Produktionskosten bestimmt. Wenn man die Konkurrenzfähigkeit der Industrien verschiedener *) Report by His Majesty's Government to tjie Council of the League of Nations on the Administration of Palestine, 1928. **) „International Labour Review Vol. XXII, 4 October 1930." „The Present Status of the Cotton Textile Industry by R. B. Dietrich Professor of Economics, Mount Holycki College Mass. U. S. A." pp. 424.

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