Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 16 (1933)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1933)
- Article
- Ansiedlungsmöglichkeiten in der Landwirtschaft
- Date
- 1933-05-01
- Page
- Seite 164 (sequence 9)
- Language
- German
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stens 25o/o der zur Ansiedlung benötigten Barauslagen aufbringen. Von den Einrichtungskosten von 375 Pfund müssen ihnen außer dem Boden also ein Darlehen von 280 Pfund gesichert sein. 500 Arbeitersiedler haben mit eigenen Mitteln oder mit Krediten der Arbeiterbank und des Nir bereits mit der Vorbereitung der Ansiedlung auf Boden des JNF. begonnen. Außer diesen 500 Arbeitersiedlern gibt es noch etwa 900 Arbeiter in der Küstenzone, die durch den JNF.-Boden zugesichert bekommen haben, die aber mit der Vorbereitung der Ansiedlung noch nicht so weit vorgeschritten sind wie die übrigen 500. Lage der Siedler nach vorlleir Fruchttragusig der Pflanzung. Bei voller Fruchttragung der Orangenpflanzung, d. h. vom zehnten Jahre ab, betragen die Hinnahmen aus der Orangenpflanzung nach Abzug der Bearbeitungskosten bei einem Preise von 31/2 Schilling pro Kiste: Ein¬ Einnahmen Bearbeitungsnahmen Brutto kosten Netto Dunam sh Pf. Dunam Pf. Pf. Pf. für den kleinkap. Siedler 25X120 KistenX31/2 525 25X10=250 275 f. d. Mittelstandssiedler 10X120 KistenX372 210 10X 6= 60 150 für den Arbeitersiedler 5X120 KistenX372 105 5X 6= 30 75 1. Der kleinkapitalistische Siedler mit einem Netto-Einkommen von 275 Pfund (außer mietfreier Wolhraung) kann hiervon auf bürgerlichem Standard leben. 2. Der Mittelstan/dssiedler hat außer einer Nettd-Einnahme aus der Pflanzung von 150 Pfund eine mietfreie Wohnung und Produkte aus der Wirtschaft für: eigenen Gebrauqh im Werte von 10—20 Pfund. Er hat davon dem JNF. für Bodenpaoht etwa fünf Pfund und für Verzinsung (mit 50/0) und Amortisation eines Darlehens von 250 Pfund 32 Pfund jährlich zu zahlen. Die ihm verbleibenden 113 Pfund Bareinnaihmen ermöglichen ihm ein einfaches Leben in dörflicher Umgebung. 3. Der Arbeitersiedler hat außer der Einnahme von 75 Pfunld aus der Pflanzung noch Einnahmen von 25 Pfund aus den Nebenzweigen der Wirtschaft. Er hat davon etwa fünf Pfund dem JNF. für Bodenpacht, ferner für Verzinsung (mit 5o/o) und Amortisierung eines Darlehens von 280 Pfund etwa 35 Pfunld jährlich zu zahlen. Die ihm verbleibenfden 60 Pfund geben ihm zusammen mit den Produkten aus der Wirtschaft für Eigenverbrauch im Werte von 25 Pfund und mit einer mietfreien Wojhnung sein Existenzminimum. Er kann es dadurch verbessern, daß er im Laufe der Zeit mit eigenen Mitteln noch einige Dunam seines Bodens mit Orangen bepflanzt. Zusammenfassend läßt sich sagen: 1. Der Orangenbau — als reine Kapitalsanlage ojhne tätige Mitarbeit des Eigentümers — ist infolge der Unsiqherheit des zukünftigen Absatzes und der Preisentwicklung für Orangen mit einem gewissen Risiko verbunden. Sollte der Preis unter drei Schilling pro Kiste ab Baum sinken, so erbringt das angelegte Kapital nicht mehr die heute in Palästina für langfristige Kapitalsanlage üblichen Zinsen von 7—9 0/0. 2. Für selbstarbeitende Siedler aus dem Mittelstände oder aus dem Arbeiterstande ist der Orangenbau zusammen mit der Erzeugung von Milch, Eiern, Gemüse für eigenen Bedarf (und bei günstiger Lage zum Markte auch für Verkauf) eine geeignete Grundlage für die Ansiedlung. Der Arbeitersiedler ist