Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 16 (1933)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1933)
- Article
- Ansiedlungsmöglichkeiten in der Landwirtschaft
- Date
- 1933-05-01
- Page
- Seite 163 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2379786-2379908-2379912-2397878--15400-2398195- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Siedler auf 15 Dunam bewässerten Bodens in der Küstenebene in der Nähe einer Stadt oder Pflanzungskolonie vom ersten Jahre ab aus den Erträgnissen seiner Milchwirtschaft, Geflügelhaltung, Getreide-, Futter- und Gemüseanbau leben. Er würde einen Teil seiner Produkte selbst verzehren unid den Ueberschuß auf dem nahen Markt verkaufen. Diese Ueberschüsse würden ihm nadh Abzug der baren Ausgaben der Wirtseihaft eine Bareinnahme von 40 Pfund geben, die zusammen mit den für den Eigengebrauch dienenden Produkten den Wirtschaft zur Deckung seines Lebensunterhaltes ausreichen würden. Die Ausgaben zur Errichtung einer solchen Wirtschaft würden — ohne den Boden — nur 275 Pfund betragen. Es bedarf nicht vieler Worte, um zu zeigen, daß dieser Wirtschaftstypus, der den Siedler in seinem Lebensunterhalt von dem Risiko der Orangenkultur und von der Erlangung von Lohnarbeit bei anderen" befreit, von größter Wichtigkeit ist. Der Siedler würde hier eine Orangenpflanzung von zwei Dunam nur dazu nötig haben, um nach zehn Jahren das Darlehen von 200—225 Pfund, das er für die Errichtung seiner Wirtschaft braucht, zu verzinsen und in 25 Jahresraten zurückzuzahlen. Aber er würde vom ersten Jahre ab alle seine Ausgaben völlig aus den Erträgen seiner Wirtschaft bestreiten. Die zwei Dunam Orangen würde er im Laufe der ersten Jahre aus eigener Kraft und fast ohne Barauslagen auf seinem Boden anlegen. Obwohl die Sachverständigen der Versuchsstation überzeugt sind, daß dieser Wirtschaftstypus mit Erfolg verwirklicht werden kann, möchten siei ihn doch erst praktisch erproben, bevor sie ihn allgemein empfehlen. Die Versuchsstation ist jetzt im Begriffe, einige Wirtschaften dieses Typus anzulegen. Dadurch werden nach 2—3 Jahren genaue» Daten über Ausgaben und Einnahmen dieser Wirtschaft verfügbair sein. Weil sie heute noeji nicht aus dem Versuchsstadium heraus ist, haben wir sie in unserem Plan vorläufig nicht aufgenommen. IV. Ansiedlungskredite. Für die Großkapitalisten, die einen Großbetrieb anlegen, und für die kleinkapitalistischen Siedler ist die Bereitstellung von Krediten nicht erforderlich. Wohl aber sollte ihnen der Erwerb von Boden dadurch erleichtert werden, daß eine unter öffentlicher Kontrolle stehende Gesellschaft wie die P. L. D. C. in den Stand gesetzt wird, größere Bodenflächen zu kaufen und sie gegen eine bestimmte Kommission den Siedlern parzellenweise zu verkaufen. Auf diese Weise wird verhütet, daß die neuen Siedler selbst als Bodenreflektanten auftreten und dadurch die an sich schon sehr ho|ien Bodenpreise noch weiter hinauftreiben. Daß diese kapitalistischen Siedler sich auf Natiofnalfondsboden ansiedeln, ist sehr unwahrscheinlich, da der Wert des Bodens nur einen unbedeutenden Teil des von ihnen in ihre Wirtschaft zu investierenden Kapitals ausmacht. Für die mittelständischen Siedler ist außer der Erleichterung des Bodenerwerbs oder der Pacht von Nationalfondsboden auch die Bereitstellung eines Darlehens von 200—300 Pfund von Wichtigkeit, weil daldurch auch solche Leute, die nicht das gesamte erforderliche Kapital, sondern nur zwei Drittel davon besitzen, zur Ansiedlung gelangen können. Für die Arbeiter Siedler ist infolge ihrer geringen eigenen Mittel die Ansiedlung überhaupt nur dann möglich, Wenn ihnen sowohl JNF.-Boden, als auch ein Darlehen zur Verfügung stehen. Sie können aus eigenen Mitteln hoch-