Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 16 (1933)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1933)
- Article
- Die Zukunft des jüdischen Haifa
- Date
- 1933-05-01
- Page
- Seite 155 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2379786-2379908-2379912-2397877--15390-2398187- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
kiem die Möglichkeit, vieles zu retten. Wir müssen jedoch aus dem X55 Zustande einer unklaren, triebhaften, systemlosen und zersplitterten Expansion so bald wie möglich herauskommen. An die Stelle dieses chaotischen Zustandes gehört ein Generalplan des jüdischen Haifa, den ich nun am Schlüsse meiner Ausführungen nochmals kurz und zusammenfassend skizzieren will. 1. An allen Institutionen von allgemeinem, nicht spezifisch jüdischem Charakter, wie Hafen, Hafenviertel, Industrie, Großhandel usw. sollen sich Juden so stark wie möglich beteiligen, den jüdischen Sektor nach Möglichkeit ausweiten, ohne auch nur den Versuch machen zu wollen, andere am Aufbau Haifas beteiligte Elemente, insbesondere das englische und das christlich-arabische verdrängen zu wollen. Dabei haben vor allem jüdische Banken und Wirtschaftsinstitutionen ihre bisherige nahezu unbegreifliche Zurückhaltung gegenüber der Unterstützung jüdischer Wirtschaftsinitiative in Haifa aufzugeben. 2. Der Hadar Hacarmel muß mit allen verfügbaren Kräften zu dem Zentrum des spezifisch jüdischen Wirtschaftssektors von Haifa ausgebaut werden. In ihm müssen alle Institutionen konzentriert werden, die in ein solches Zentrum hineingehören, vor allem Schulen und andere kulturelle Institute. Auch der Teil der jüdischen Wirtschaft, der speziell mit dem Haifaer jüdischen Publikum zu tun hat, wie der Arzt, und der Handwerker mit vorwiegend jüdischer Kundschaft, gehören in den Hadar. Größter Wert ist ferner darauf zu legen, daß ein im Hadar zentralisiertes Verkehrsnetz vor allem an Omnibuslinien ausgebaut wird, das einerseits den Hadar stärken, andererseits die Verbindung der Vororte- und Außenbezirke mit dem Hadar erleichtern soll. 3. Entsprechend diesem so durchzuführenden Ausbau des Hadar Hacarmel muß die verwurzelte Wohnbevölkerung des jüdischen Haifa, die eine Teilung von Wohn- und Arbeitsstätte durchführen kann oder aus anderen Gründen in Vororten zu leben in der Lage ist, systematisch in die beiden Außengebiete, Haifa-Bay und Carmel, überführt werden. Auch an dieser Aufgabe haben sich jüdische Wirtschaftsinstitutionen, vor allem die Hypothekenbanken, in ganz anderem Ausmaße als bisher zu beteiligen. 4. Sämtliche, am Ausbau des jüdischen Haifa interessierte Institutionen, vor allem Bodenbesitzer und Banken, haben sich baldmöglichst zu einem Zweckverband zusammenzuschließen, der sich die Aufstellung eines Wirtschaftsplanes zur Durcharbeitung und Durchführung der obigen Richtlinien zur Aufgabe macht.