Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 16 (1933)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1933)
- Article
- Die Zukunft des jüdischen Haifa
- Date
- 1933-05-01
- Page
- Seite 154 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 1× ep/1047930
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J54 liegt in Alexandrien der Vorort Ramien, ein vornehmer Villenort, der aber keine irgendwie gearteten Prätentionen hat, mit Alexandrien zu konkurrieren. Das Hinterland. Die Entwicklung einer Stadt ist aber auch im hohen Maße von der Entwicklung ihres Hinterlandes abhängig. Auch hierin, behauptet man, sei das jüdische Haifa an Möglichkeiten ärmer als Tel-Aviv. Aber auch diese Behauptung stammt von Leuten, die entweder das Hinterland von Haifa nicht kennen oder nicht weiter als bis morgen sehen können. Eine Stadt lebt, selbst im Zeitalter einer entwickelten Weltwirtschaft, zunächst von den Möglichkeiten ihrer näheren Umgebung. Gemüse, Milch, Eier, Geflügel, Obst können in Hülle und Fülle in Haifas nächster Umgebung, in der Haifa-Bay und im Emek produziert werden, die beide zum größten Teil in jüdischen Händen sind. Die rapide Verbesserung aller Verkehrsmittel und der Ausbau der Straßen wird aber in absehbarer Zeit selbst das Gebiet von Schomron zum Vorortegebiet von Haifa machen. Die vorhandenen Bewässerungsmöglichkeiten werden auch den Emek aus einem Gebiete extensiver Wirtschaft in ein Gebiet intensiver Kultur verwandeln, wobei wir alle, die wir es mit Haifa und seiner Entwicklung ernst meinen, hoffen, daß unsere Randgebiete der Gefahr einer Monokultur entgehen werden und gemäß den bisherigen Ansätzen auf Grundlage gemischter Wirtschaft entwickelt werden mögen. Schlußfolgerungen und Forderungen. Raum und Möglichkeiten für eine gesunde Entwicklung des jüdischen Sektors von Haifa sind also vorhanden. Wird der große Moment auch ein großes Geschlecht finden? Die Spuren von Tel-Aviv schrecken. Was ist dort an gesunden Entwicklungsmöglichkeiten verdorben worden, weil ^die maßgebenden und entscheidenden Leute nicht rechtzeitig zu der Einsicht zu bewegen waren, daß es sich bei Tel-Aviv nicht um ein kleines Vor Örtchen von Jaffa, sondern um den Anfang eines städtischen Organismus mit einem spezifischen Eigenleben handelt. Wie viel Jahre wird es dauern wieviel Geld wird es kosten, um Tel-Aviv aus dem jetzigen Zustand einer anorganischen Anhäufung einer größeren Anzahl von Wohnhäusern am Ufer des Mittelmeeres in einen gesunden städtischen Organismus zu verwandeln? Auch bei der Entwicklung des jüdischen Haifa sind viele Fehler begangen worden, die ich in diesem Zusammenhange nicht aufzählen möchte. Wir haben aber trotz-