Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 16 (1933)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1933)
- Article
- Die Zukunft des jüdischen Haifa
- Date
- 1933-05-01
- Page
- Seite 152 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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X52 ^äuser bald ausgestorben sein. Bei einem Bodenpreise von über einem Pfunde pro Pick (0.56 m2) verbietet sieh das ganz von selbst und das Mehrfamilienhaus, in den Hauptstraßen mit Läden im unteren Stockwerk und Büros in den oberen Etagen wird immer mehr das typische Haus des Hadar. Dabei scheint es, als ob neben dem Zinshaus ein neuer Typ, der volkswirtschaftlich gesünder ist, an Terrain gewinnt, nämlich das sogenannte „Baith meschutaf", das Gemeinschaftshaus, das zwar aus mehreren Wohnungen besteht, die aber nicht, wie beim Zinshaus einem Besitzer gehören und vermietet werden, sondern wo jede einzelne von vornherein das Eigentum eines individuellen Besitzers bildet. Das jüdische Industriezentrum. Das zweite Zentrum der Stadt, das vielleicht noch wichtiger ist als die City, ist das Industrieviertel, in dem schon heute neben den Oelgesellschaften die wichtigsten Industrieanlagen Palästinas ihr Heim gefunden haben. Auch hier soll als vernehmlichstes Unterscheidungsmerkmal das internationale und das spezifisch jüdische Moment hervorgehoben werden. Eine Reihe von Industrien, insbesondere die Großindustrie, wird es vorziehen, in einer internationalen Zone zu liegen, während ein großer Teil der jüdischen Mittel- und Kleinindustrie die Tendenz haben wird, sich in einem besonderen jüdischen Industrieviertel zusammenzuschließen. Dieses Viertel wird zweckmäßigerweise etwa am südöstlichen Rande des allgemeinen Industriebezirkes liegen. Wohnviertel, Das aus dem Hadar verdrängte Einzelhaus wird andere billigere Siedlungsgebiete aufsuchen müssen. Auch hiefür ist der Rahmen vorhanden, er muß nur verständig benutzt werden. Hiefür sind Carmel und die Haifa-Bay die natürlichen Abflußgebiete. Beide haben ihre verschiedenartigen Vorzüge und in beiden ist Raum genug. Beide aber müssen verständig und zielbewußt vorbereitet werden und daran fehlt es leider noch verschiedentlich. Zunächst muß noch einiges mehr an Aufschließungsarbeiten geleistet werden. Beide Gebiete, vor allem aber der Carmel, müssen besser mit dem Hadar durch Straßen verbunden werden. Omnibuslinien nach dem Hadar und der City müssen eingerichtet, bezw. verdichtet werden. Der Ausbau muß durch stärkere Hypothekengewährung beschleunigt werden. Schließlich muß der jüdische Interessent dahin geleitet werden, wo er seinem Charakter und seiner wirtschaftlichen Struktur nach hingehört.