Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 16 (1933)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1933)
- Article
- Die Zukunft des jüdischen Haifa
- Date
- 1933-05-01
- Page
- Seite 151 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2379786-2379908-2379912-2397877--15386-2398183- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Haifa 1× ep/1047930
OCR text
der Hamburger Reeper-Bahn den Rang streitig zu machen. Diesen Zuständen muß aber langsam und zielbewußt ein Ende bereitet werden. Der Hadar Haearmel als jüdisches Zentrum. Alles, was zur rein jüdischen Wirtschaft gehört, vor allem jüdische Schulen und Institutionell, soweit sie nicht in Außenbezirken zu liegen haben, müssen aus der arabischen Altstadt hinaus und müssen hinein in den Hadar Haearmel, der sich schon heute in einer fast stürmischen Entwicklung zum ausgesprochenen Zentrum des jüdischen Haifa ausbildet. Technikum, Realschule, Volksuniversität, Synagoge, Krankenhans usw. liegen schon heute dort und man kann einer gesunden Entwicklung des jüdischen Haifa nichts besseres antun, als wenn man diese zentralisierende Tendenz aktiv fördert. Ein Geschäftszentrum für den jüdischen Wirtschaftssektor ist im Bau, die Herzl-Straße füllt sich mit modernen Läden, ein Kleinhaus nach dem anderen weicht modernen Mehrfamilienhäusern, schon haben Aerzte und Anwälte angefangen, ihre Praxis auszuüben. Handwerker und kaufmännische Büros sollen und werden folgen und in absehbarer Zeit wird und soll der jüdische Wirtschaftssektor im Hadar konzentriert sein. Aber nur der jüdische. Dagegen soll alles, was in den internationalen Sektor hineingehört, nach unten kommen. Verständnisvoll muß dafür gesorgt werden, daß auch in der City jüdischer Einfluß erstarkt und daß nicht international wichtige Positionen aufgegeben werden und verloren gehen zugunsten einer Scheinblüte des jüdischen Zentrums. In diesem Sinne wird das heutige Geschäftszentrum in der Altstadt seine Bedeutung erhalten und erweitern. Es wird von mancher Seite eingewendet, daß der Hadar wegen seiner etwas hügeligen Lage über der Altstadt sich für ein solches Zentrum nicht eignet. Diese Einwände beruhen aber auf einer Verwischung der oben angedeuteten Unterschiede zwischen dem allgemeinen Stadtzentrum und dem Zentrum der jüdischen Wohnstadt. Nur das letztere, das aber in möglichst idealer Vollendung, soll der Hadar Haearmel werden. Dabei brauchen und sollen die Grenzen durchaus nicht scharf gezogen zu werden. Die Lage des Gerichtsgebäudes an der unmittelbaren Grenze des Hadar gibt hier einen zwangslosen Anlaß zur Auflockerung, die gleiche Wirkung wird das neue Gebäude der Stadtverwaltung haben, das gleichfalls in der Nähe des Hadar liegen wird. Im Hadar werden, als Folge dieser Entwicklung, die Einfamilien-