Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 16 (1933)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1933)
- Article
- Die Zukunft des jüdischen Haifa
- Date
- 1933-05-01
- Page
- Seite 149 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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und von dort aus an dem Ausbau der jüdischen Position in Haifa mitwirken. In dieser Hinsicht wird immer noch zu wenig getan und es muß betont werden, daß es gerade auf diesem Gebiete noch bedeutend besser werden muß, wenn man aus dem Torso, den das heutige jüdische Haifa darstellt, eine wirkliche organische Einheit herstellen will. Das heutige Haifa. Wenn man zu einem Bilde des künftigen Haifa, bezw. des künftigen jüdischen Haifa gelangen will, muß man vorher das heutige Haifa, bezw. das heutige jüdische Haifa betrachten. Das heutige Haifa liegt in seinen wesentlichen Linien bereits fest. Der Hafen nähert sich rasch seiner Vollendung. Ohne Zweifel ist der Teil der Stadt, der zwischen Hafen und dem Carmel liegt, dazu bestimmt, die künftige City, das heißt den Kern der neuen Stadt aufzunehmen. Oestlich von diesem Stadtkern liegt das künftige Industrieviertel, in dem ein ansehnliches Gebiet bereits zur Aufnahme der Oelanlagen vorgesehen ist. Bedeutende Industrien liegen bereits dort, wie die Eisenbahnerwerkstätten, das Elektrizitätswerk, die Fabrik Shemen und ein wenig peripherisch die Zementfabrik Nesher. Um diese zentralen Teile herum liegt lose und unorganisch über ein weites Areal verstreut das heutige Haifa. Schwache Ansätze von Wohn Siedlungen haben sich auch schon auf den Carmel und in die Ebene zwischen Haifa und Akko vorgeschoben in die letztere, nachdem durch großzügige Sanierungsarbeiten die Malariagefahr in ihrem südlichen Teile beseitigt wurde. Das heutige jüdische Haifa. In diesem heutigen Haifa stellt das bestehende jüdische Haifa einen Torso dar, der schon durch diese Tatsache in seiner Entwicklung stark behindert ist. Es scheint nahezu rettungslos in verschiedene Teile zerfetzt. Hadar Hacarmel und Nachla, Herzlia, Bath Galim, der Zentralcarmel und die Achusah, Neve Schaanan und die neue Arbeitervorstadt in der Haifa-Bay, alles strebt auseinander, versucht sich gegenseitig den Rang streitig zu machen. Die Juden aber, in ihrer überwiegenden Mehrheit, stellen Forderungen an die Bewohnbarkeit eines Platzes, denen das heutige Tel-Aviv in geradezu idealer Weise nahekommt. Er will zunächst aus naheliegenden Gründen der Sicherheit zusammenwohnen, aber diese Sicherheit ist nur eine Voraussetzung für die Erfüllung geistiger und kultureller Ansprüche. Tel-Aviv ist eben gerade wegen seiner Dichte und Geschlossenheit die geeignete Grundlage und der brauchbare