Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 16 (1933)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1933)
- Article
- Die Zukunft des jüdischen Haifa
- Date
- 1933-05-01
- Page
- Seite 148 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 1× ep/1047930
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Eine kleinere, aber durchaus nicht unbedeutende Rolle spielt das mohammedanisch-arabische Element, das hier in Haifa vor allem nicht mit der antijüdischen Schärfe auftritt, die es in Jaffa und Jerusalem so ostentativ herauskehrt. Auch das mohammedanische Element hier sollte von den Juden mit ausgesuchter Rücksichtnahme behandelt werden, da die Keime einer Verständigung, vor allem auf wirtschaftlichem Gebiete, hier besser gedeihen, als in Judäa. Außer den Bauern des Hinterlandes spielt hier das ständig wachsende städtische Arbeiterelement eine gewisse Rolle und damit ist auch ein beträchtlicher Einfluß in höheren gesellschaftlichen Lagen ohne weiteres bedingt. Sonstige Einflüsse. Weniger wichtig für die Zukunft, aber im heutigen Haifa stark hervortretend, ist das deutsche Element. Ein weiteres, moralisch und gesellschaftlich nicht zu unterschätzendes Element ist die persische Kolonie. Auch ein gewisser italienischer und französischer Einfluß, hauptsächlich kirchlicher Färbung, ist fühlbar, dieser aber verschwindet bereits ein wenig innerhalb des internationalen Milieus, das sich in jeder Hafenstadt von einer gewissen Bedeutung ausbildet. Der jüdische Einfluß, Man möge es mir nicht verübeln, wenn ich erst nach Darstellung der anderen Komponenten von dem jüdischen Einfluß spreche. Welche Rolle werden die Juden in diesem Gebilde spielen, das Haifa in absehbarer Zukunft darstellen wird? Hierzu muß man zunächst und vor allem und immer wieder sagen, daß dies, von den obigen Einschränkungen abgesehen, in einem bedeutenden Ausmaße von den Juden selbst abhängen wird. Werden die Juden verstehen, daß ihnen ihre Position in Haifa nicht mühelos in den Schoß fallen wird, sondern daß sie sie nur durch stetes hartes Ringen mit den rivalisierenden Mächten werden ausbauen können, so ist schon viel gewonnen. Diese Einsicht scheint sich neuerdings etwas stärker zu verbreiten. Sie ist der wichtigste Schritt zur Erringung einer Stellung, die ich in den nachstehenden Ausführungen wenigstens andeutungsweise skizzieren möchte. Man muß darnach trachten, so eine Art „Volksbewegung44 für Haifa ins Leben zu rufen und sorgsam zu nähren. Hierbei wird es sehr darauf ankommen, daß auch die geistige Führung der Juden in Tel-Aviv und Jerusalem einsieht, daß es töricht ist, einen Partikularismus gegen Haifa zu pflegen und man muß auch dort