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Palästina · 1933-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1933) · p. Seite 147

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Journal
Palästina
Volume
16 (1933)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1933)
Article
Die Zukunft des jüdischen Haifa
Date
1933-05-01
Page
Seite 147 (sequence 3)
Language
German
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nieurs von Haifa um Behauptung seiner Stellung von vornherein J4?T aussichtslos. Die jüdische Strategie auf diesem Gebiete muß sich darauf beschränken, darauf hinzuwirken, daß England diese Posten mit anständigen, tüchtigen und vorurteilslosen Engländern besetzt und wir werden auch dabei nicht schlecht fahren. Das arabische Element. Das zweite Element, mit dem wir bei der Entwicklung Haifas zu rechnen haben, sind die Araber. Wenn schon im Hinblick auf den Engländer die Idee eines rein jüdischen Haifa als völlig utopisch aufgegeben werden muß, so gehört es ebenfalls in das Reich der Phantasie, das arabische Element aus Haifa verdrängen zu wollen und etwa Haifa ebenso jüdisch machen zu wollen, wie Tel-Aviv. Aber auch dieses letztere ist nur eine optische Täuschung. Tel- Aviv ist nämlich gar kein selbständiges städtisches Gebilde, sondern nur der nördlichste Teil der Doppelstadt Jaffa—Tel-Aviv. Auch dieses Stadtgebilde, das neben der kommenden Entwicklung Haifas höchstens die Rolle einer Provinzstadt, eines Rayonvorortes, spielen kann, wird also trotz günstiger Chancen für den jüdischen Sektor niemals ein rein jüdisches Gebilde werden, um wie viel weniger Haifa, das nicht nur ein Vorort des nahen Hinterlandes, sondern ein Zentrum interkontinentalischer Interessen zu werden verspricht. In diese Betrachtungen spielt aber bei Haifa noch ein anderes Moment hinein. In Haifa spielt das christlich-arabische Element eine viel größere Rolle als in Judäa und seine Rolle ist im Wachsen begriffen. Haifa gehörte auch in türkischer Zeit nicht zum Sandschak Jerusalem, sondern zum Vilajat Beyrouth. Die hiesigen christlichen Araber pflegen auch noch heute engste freundschaftliche und verwandtschaftliche Beziehungen mit Syrien, und die Zollgemeinschaft zwischen Palästina und Syrien trägt auch ihrerseits viel dazu bei, diese Beziehungen zu verdichten. Haifa ist heute dreiundeinhalb Autostunden von Beyrouth entfernt und auch die Bahnverbindung zwischen beiden Städten (das letzte fehlende Stück der großen interkontinentalen Bahnverbindung ist Tripolis—Haifa) wird nicht mehr lange auf sich warten lassen. Auch von höherer jüdischer Warte gesehen, scheint es mir nicht unerwünscht, daß Juden und christliche Araber in Haifa Gelegenheit haben, einander kennen und schätzen zu lernen. Eine engere Verbindung zwischen Juden und christlichen Arabern dürfte für beide Partner Vorteile auf allen Gebieten haben.

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