Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 16 (1933)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1933)
- Article
- Die Zukunft des jüdischen Haifa
- Date
- 1933-05-01
- Page
- Seite 146 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 1× ep/1047930
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Wie rasch diese Entwicklung Haifas vor sich gehen wird, ist schwer zu sagen. Das hängt von verschiedenen politischen und wirtschaftlichen Faktoren ab, die ihrerseits wiederum mit verschiedenen weltwirtschaftlichen Problemen verbunden sind, so daß hier das Prophezeien wirklich schwer ist. Soviel läßt sich allerdings sagen, daß alles, was militärische Bedeutung hat und dem Schutz des Empire bei drohenden kriegerischen Verwickelungen dienen soll, schnell gehen wird. Den Hafenbau z. B. haben die Behörden mit einer vorbildlichen Energie gefördert, eine brauchbare Ueberlandstraße nach Bagdad, der Trasse der Oelleitung folgend, dem heute militärisch wichtigeren Automobilverkehr dienend, dürfte in Kürze fertiggestellt werden. Dagegen hängt die Entscheidung über die Eisenbahnverbindung nach Bagdad, die weniger von militärischen als von ökonomischen Faktoren abhängig ist, noch etwas in der Luft, und die ernstliche Inangriffnahme dieses Projektes wird zum großen Teil davon abhängen, innerhalb welcher Zeit sich amtliche und zivile Einflüsse wegen der Uebernahme, bezw. Verteilung der finanziellen Risiken verständigt haben werden. Aehnliches ist unter anderem deutlich bei der Frage des Oelhafens sichtbar. Daß aber militärische Faktoren allein nicht imstande sind, aus Haifa eine Großstadt zu machen, steht ebenfalls außer Frage. Man braucht dazu nur an Gibraltar und Malta zu denken. Ausschlaggebend für die ökonomische Entwicklung werden immer die wirtschaftlichen Faktoren bleiben, die sich der militärischen lediglich als willkommener Hilfsmittel bedienen werden. Das englische Element. Der Gesichtspunkt des Engländers wird nach dem vorhin Gesagten, also hauptsächlich ein „Empire"-Gesichtspunkt sein. Für ihn ist Haifa etwa das Singapore des östlichen Mittelmeeres. Für ihn ist es verhältnismäßig unwesentlich, ob hier Juden oder Araber, Malaien oder Malteser wohnen. Für ihn ist Haifa eine der Bastionen des Imperiums. Da er nun einmal hier sein muß, und nicht in London leben kann, so wird er sich so gemütlich und so häuslich wie möglich einrichten. Er wird dort wohnen, wo es am schönsten und angenehmsten ist. Er wird die besten Häuser und die modernsten Wohnungen besitzen, denn er kann die höchsten Mieten bezahlen. Der Engländer wird ferner dafür sorgen, daß die wichtigsten Hebel der Verwaltungsmaschinerie in zuverlässigen Händen sind. Zuverlässig sind für ihn unter wirklich ernsten Gesichtspunkten weder Juden noch Araber, nicht einmal jüdische Engländer. Daher war der Kampf des früheren jüdischen Stadtinge-