Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 16 (1933)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1933)
- Article
- Wirtschaft. Von Spectator, Jerusalem.
- Date
- 1933-03-01
- Page
- Seite 111 (sequence 3)
- Language
- German
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hören, so mitgenommen hat, daß heute nur mehr Reste früherer Vermögen nach Palästina gerettet werden können. Die Konzentration der Nachfrage und des Kapitalimports bewirkt natürlich trotzdem, so gering im einzelnen Fajl oft die zur Verfügung stehenden Mittel auch sein mögen, eine enorme Steigerung der Preise für die nachgefragten Güter, in erster Linie also für den Boden, dessen Besitz in den bevorzugten Orten angesichts der anhaltenden und fas$ nur in einer Richtung gehenden Nachfrage mehr u;n)d mehr Moroopolcharakter annehmen muß. Die Gefahren, die sich aus dieser Uebejrspannujng der Nachfrage ergeben, sind schon wiederholt geschildert worden. Man braucht sie nicht zu» überschätzen, so lange jedenfalls nicht, al|S diese eben geschilderte Uebersteigerung nicht mit Krediten und von Instituten finanziert wi\rd, bei denen Verluste im Falle eines Rückschlages große Welmen schlagen können. Für die Investoren werden solche Verluste natürlich überall dort unvermeidlich sein, wo die Rentabilitätskalkulation auf der Basis übersteigerter Preise vorgenommen' wurde. Es scheint aber, daß die rein spekulativen Geschäfte, gegen die, abgesehen von mangelndem Gemeinsinn, die Einwände mangelnder Voraussicht zu er» heben sind, zumeist innerhalb des Bereiches des städtischen Bodenmarktes, hier allerdings am stärksten in Tel-Aviv konzentriert sind. In der Orangenwirtschaft hat der frühere Optimismus einer vorsichtigeren Beurteilung Platz gemacht. Obwohl auch im Jahre 1932 wieder Investierulngen großen Stils vongenommen wurden — ein Teil dieser Investierungen ist übrigens von den Pflanzern selbst und ans den Einnahmen der alten Orangerien bestritten worden — sind die Preise für fertige Pflanzungen nicht übermäßig gestiegen. Das von Jahr zu Jahr wachsende Angebot, die unbefriedigende Gestaltung der Preise für die junge Frucht, die Reduzierjung der Anlagekosten gegenüber früher und nicht zuletzt das Scheitern der Bemühungen aiif Einschluß Palästinas in den Zollverband des Empire, alle diese Faktoren werden die Tendenzen zu vorsichtiger Kalkulation in diesem für die gesamte Wirtschaft Palästinas ausschlaggebenden Zweig noch weiter verstärken. Die Enttäuschung, die der Verlauf dieser Saison in diesem Wintelr füir; viele Züchter brachte, wird dabei von stärkerer Wirkung sein, als die Warnungen der Beobachter von außen. In Handel und Industrie sind neben einer starken Belebung und Erhöhung der Umsatzziffern eine große Reihe von Neu- und Umgründungen zu verzeichnen. Beachtenswert ist bei einem Vergleich der Eintragungen im Handelsregister mit denen in früheren Jahren die steigende Kapitalhöhe der Gesellschaften. Die meisten Neugründungen sind kaufmännischer Natur und finden in dem zunehmenden Außenhandel Palästinas relativ risikolose Betätigungsmöglichkeiten. Eine befriedigende Entwicklung kann die junge palästinensische Industrie verzeichnen. Die Produktionsziffern bewegen sich aufwärts, die Versuche, den Absatz in den Nachbarländern zu erweitern, zeigen in vielen Fällen versprechende Erfolge, obwohl hier und dort noch politische Hindernisse zu überwinden sind. An neuen Gründungen, resp. neuen Objekten sollen gemannt? werden: eine Schriftgießerei in Tel-Aviv, eine Bijouterie-Fabrik in Tel-Aviv, eine Fabrik zur Herstellung von Aluminiumwaren in Ramat-Gan. Von sehr befriedigenden Fortschritten wird von der Palästina Potash Co. berichtet, desgleichen weist auch der Stromabsatz der Palestine Electric Corporation, der