Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 16 (1933)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1933)
- Article
- Die Lehren der Einwanderung des Jahres 1932
- Date
- 1933-03-01
- Page
- Seite 82 (sequence 10)
- Language
- German
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Jahres 1932 konnte restlos auf dem Innenmarkt abgesetzt werden (der Export ist zurückgegangen), so daß auch hier kein Gefahrenmoment zu erblicken ist, Bleiben das Bauhandwerk und die Landwirtschaft. Die stark erweiterte Bautätigkeit beschäftigt heute 3500 jüdische Arbeiter, d. h. mir 15% der jüdischen Gesamtarbeiterschaft, gegenüber 10.000 oder 40°/o im Jahre 1925. Es ist also nicht anzunehmen, daß auch eine irgend wie bedingte Krise des Baumarktes von solchen Folgen für den Arbeitsmarkt begleitet wäre, wie damals. Bleibt die Orangenkultur, die ja bekanntlich so gut wie gänzlich vom Außenmarkt abhängig ist. Trotz Wirtschaftskrise, stark gestiegener Produktion, Zollschwierigkeiten usw. war sowohl die Saison 1931/32, wie die von 1932/33 nicht schlecht. Allein es wäre töricht, die Gefahren der starken Abhängigkeit Palästinas vom Ausland bei diesem seinem wichtigsten Produkt leugnen zu wollen. Irgend welche akuten Gefahrenmomente liegen aber auch auf diesem Gebiete, jedenfalls bis zum Abschluß der nächsten Saison, d. h. bis Frühjahr 1934 nicht vor, die Erfahrungen des Jahres 1932 aber zeigen, daß bei geeigneter Organisierung des Absatzes, trotz der um ein Drittel größeren Kistenzahl, irgendwelche Krisen keineswegs eintreten müssen. E. Wir haben also mit einem Fortgang der verstärkten Einwanderung nach Palästina und günstigen Aufnahmebedingungen für sie für längere Zeit hinaus zu rechnen. (Der große Mangel an jüdischen Arbeitern im Lande steht in schreiendem Gegensatz zur Lage der Juden in der ganzen Welt und ist die stärkste Desavouierung der Einwanderungspolitik der Regierung, die sich denken läßt). Es gilt heute, Schlüsse aus den Lehren der Einwanderung des Jahres 1932 zu ziehen und außerdem Vorkehrungen gegenüber mögli chen Gefahren in der Zukunft zu treffen. Als Beispiel derartiger Vorkehrungen sei die Schaffung des Arbeitslosenfondes der Histadruth gerade in Zeiten großen Arbeiter m a n ge 1 s erwähnt. Hier schafft sich die organisierte Arbeiterschaft, wiederum im Wesentlichen aus eigener Kraft, ein Instrument, das berufen ist, Präventivmaßnahmen bereits vor Beginn einer etwa entstehenden Arbeitslosenkrise zu treffen und hierbei eine große, vielleicht ausschlaggebende Rolle zu spielen. Weitere entsprechende Maßnahmen wären in einer verstärkten Produktivierungspolitik der leitenden jüdischen wirtschaftlichen Instanzen im Lande zu erblicken, zwecks Ueberleitung der zu investierenden Kapitalien in andere Zweige der Landwirtschaft und Industrie, als der bis heute bevorzugten. Verschiedene landwirtschaftliche Produktionszweige eröffnen heute