Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 16 (1933)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1933)
- Article
- Die Lehren der Einwanderung des Jahres 1932
- Date
- 1933-03-01
- Page
- Seite 81 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Palästina, die aus anderen Quellen gespeist wird, als aus denen konjunkturaler Momente, blieben diese ebenso unausgenützt, wie etwa in Syrien und Transjordanien. Sie bilden nur einen Beiklang zur Hauptmelodie (wobei es in diesem Zusammenhang nicht wichtig ist, ob Horowitz*) in allen Einzelheiten Recht hat; seine Konsumkrafttheorie übersieht zwar nicht in der Analyse, aber in ihren Konsequenzen die Gefahren einer rein auf Schaffung von Konsumkraft eingestellten Politik, für die Notwendigkeit der Produktivierung des jüdischen Volkes, sowie die der so ungeheuer großen Abhängigkeit vom Außenmarkt, Gefahren, die gerade eine verstärkte Siedlungspolitik in Richtung auf Produktivierung und Autarkie notwendig machen; oder warum zieht sonst Horowitz diese Konsequenzen nicht?). Immerhin genügt der Einklang der verschiedenen erwähnten Komponenten, um uns das „Palästinensische Wirtschaftswunder", das doch nichts ist als die Folge gesteigerter *Konzentrierung jüdischer Wirtschaftsenergien in ihrem natürlichen Mittelpunkt, verständlich zu machen. D. Aus einer eingehenden Analyse der verschiedenen Faktoren, die die palästinensische „Konjunktur" bedingen, ergibt sich, daß irgendwelche „objektiven" Gründe für einen notwendiger Weise eintretenden baldigen Niedergang dieser Konjunkturblüte nicht gefunden werden können (etwa entsprechend der auch in zionistischen, nicht etwa marxistischen, Kreisen gebräuchlichen Version, daß jeder Blüte ein Niedergang folgen muß), daß aber eine Krise, mit oder ohne unsere Schuld, selbstverständlich irgendwann einmal kommen kann. Es ist nicht anzunehmen, daß eine solche Krise aus Gründen wie im Jahre 1925 ausbrechen wird; denn die Kapitalanlage im Lande hat sich diesmal nicht nur, wie damals, im wesentlichen bloß auf den Baumarkt konzentriert, sondern war vielfältiger und produktiver, so daß nicht die Krise in .einem Wirtschaftszweig allein sofort die ganze Wirtschaft zum Erliegen bringen muß. Andererseits ist die Lage in fast allen Galuthländern so, daß ein völliges Abstoppen der Einwanderung und des Kapitalzustroms nach Palästina aus Gründen etwa wie zur Zeit der vierten Alijah (Valutaänderung in Polen) nicht zu erwarten ist. Die möglichen Gefahrenpunkte liegen eher im Lande selber. Die Möglichkeiten der Erweiterung der industriellen Basis sind zwar noch keineswegs erschöpft; die erweiterte Produktion des *) In seinem Artikel in Nr. 2, 1933, von „Pal. and Middle East" und im „Dava*" vom 7. März 1933.