Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 16 (1933)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1933)
- Article
- Die Lehren der Einwanderung des Jahres 1932
- Date
- 1933-03-01
- Page
- Seite 79 (sequence 7)
- Language
- German
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Ich glaube, die tieferen Gründe liegen weniger im Mangel an geeigneten Anlageobjekten im Lande. Hier scheinen die Möglichkeiten in allen Wirtschaftszweigen in keiner Hinsicht ausgeschöpft, und mit jeder Neuanlage eröffnen sich im Gegenteil neue Anlagemöglichkeiten. Eine hinreichende Erklärung für diese Tatsache ist, wie mir scheint, kürzlich zutreffend von einem guten Kenner dieser Schichten vorgebracht worden; Worte,. die zugleich die anormale Situation weiter Kreise des jüdischen Volkes erhellen und die Schwierigkeiten des Problems zeigen. Er sagte: Die Kapitalisteneinwanderung ist zwar um 200o/o gegenüber 1930 gestiegen, allein 90o/o von ihnen sind ohne für das Land passenden Beruf. In ihren Ursprungsländern waren sie Groß- und Kleinhändler! Rabbiner usw., Berufe, die keine spezielle fachliche Vorbildung erfordern. Diese Leute brachten ihr Geld und ihren Besitz mit, ohne zu wissen, wie und wo sie investieren können. Sie bedürfen Kompagnons voller Fachkenntnisse. Allein auch davon gibt es leider nicht viel. Daher ist ihre Neigung zur Anlage beim Orangenplantagenbau (der weniger eigene Verantwortung des Kapitalisten verlangt und bereits „eingefahren" ist) verständlich." Mir scheint, daß mit diesen Worten eines der ernstesten Probleme der Kapitaleinwanderung berührt worden ist, und es ist für alle verantwortlichen Stellen nötig, aus diesen Erfahrungen des Jahres 1932 die Folgerungen zu ziehen und die geeigneten Mittel und Wege zu finden, um die Kapitalinvestition zu verstärken, sie vom Orangenbau in andere Wirtschaftszweige abzuleiten (Industrie, andere Zweige der Landwirtschaft usw.), in den Ländern der Diaspora die geeigneten Fachleute zu mobilisieren usw. Einem aktiven Wirtschaftsamt der „Jewish Agency" ständen hier große, verantwortliche Aufgaben bevor, die es mit allen Mitteln auszunützen gilt. IL Die Aussichten für die Zukunft. Zum Schlüsse seien noch einige Bemerkungen zur Frage, wde sich wirtschaftlich die Lage in der Zukunft gestalten wird, gestattet. Die Diskussion über diese Frage ist zu einer annähernden Klärung der Probleme gelangt, und es ist durchaus möglich, heute darüber einige abschließende Betrachtungen anzustellen. A. Es gibt einige außerwirtschaftliche und vielfach auch außerpalästinensische Gefahrenpunkte, die naturgemäß auch die Wirtschaftssituation Palästinas ändern können. Zu ihnen gehören: Politische Verstrickungen, schwerwiegende Valutaänderungen in England, Amerika usw. Diese Punkte liegen außerhalb unseres Betrach-