Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 16 (1933)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1933)
- Article
- Die Lehren der Einwanderung des Jahres 1932
- Date
- 1933-03-01
- Page
- Seite 78 (sequence 6)
- Language
- German
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Aehnliche, nicht ganz so stürmische, Entwicklungen zeigen sich auch in Haifa und Jerusalem. Erez Jisrael ist heute in der Lage, mindestens 1000 Facharbeiter der verschiedensten Berufe aufzunehmen und sofort in Arbeit zu bringen, da dieser Prozeß der Entwicklung sich ohne Frage im Jahre 1933 fortsetzen wird. Damit stehen wir vor einer weiteren, verantwortungsvollen Frage: jener der Eingliederung einer neugearteten Arbeitereinwanderung, der von Facharbeitern, also einem Element, das bisher dem Einfluß der Hechaluzbewegung im allgemeinen fern stand. Es unterliegt keiner Frage, daß es notwendig ist, auch dieses Element sowohl seelisch wie sprachlieh auf die besonderen Bedingungen Palästinas vorzubereiten; wenn dies nicht sofort möglich ist, so wenigstens für die Zukunft. Daneben erfordert diese neue Einwanderung auch organisatorisch große Vorbereitungen. Gelingt es nicht, in diesem Sinne die Tätigkeit des „Hechaluz" auszubauen, so stehen dem Lande große Schwierigkeiten bei der Assimilierung dieser Elemente bevor. b) Einwanderung von N i c h t - A r b e i t e r - E le m e n t e n. Auch die Einwanderung von Nicht-Arbeiter-Elementen (sog. Kapitalisten mit über 1000 Pfund — sowie Mittelstandseinwanderung) hat im Jahre 1932 einen außerordentlichen Aufschwung genommen, wie die folgenden Zahlen beweisen: (nach den Zahlen der Regierung): 1930 178 Einwanderer mit über 1000 Pfund Vermögen 1931 233 „ „ „ 1000 1932 727 „ „ „ 1000 „ Ueber die Notwendigkeit der verstärkten Kapitalein Wanderung nach Palästina, zur Erweiterung der Wirtschaftsbasis, desgleichen über die schwierigen Probleme, die mit dieser unkontrollierten und unkontrollierbaren Einwanderung verbunden sind (Bodenspekulation, unbegrenzte Mietsteigerung usw.) braucht an dieser Stelle kein Wort verloren zu werden. Es ist dem vom Herausgeber dieser Zeitschrift bereits Gesagten auch nicht viel Neues hinzuzufügen. Die Tatsachen einer Kapitalinvestition von 3l/2 Millionen Pfund, (davon schätzungsweise l1/2 in Bauten, l1/2 in Pflanzungen, Vs in Industrie- und Transportwesen) im Jahre 1932 spricht für sich selbst. Daneben aber bleibt die Tatsache bestehen, daß in den Banken sich über fünf Millionen Pfund Depositen anhäufen, die nicht investiert werden und eher eine Belastung als einen Vorteil für das Land bedeuten. Es erhebt sieh die Frage, welches die Gründe für diese Erscheinung sind?