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Palästina · 1933-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1933) · p. Seite 35

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
16 (1933)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1933)
Article
Arbeiterbewegung. Von Dr. Arie Tartakower, Lodz.
Date
1933-01-01
Page
Seite 35 (sequence 7)
Language
German
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Versicherung wurde weiter ausgebaut und gerade in den letzten Tagen durch' die Einführung einer Arbeitslosenversicherung zur Vollendung gebracht, das» Arbeiters chulwerk wird weiter organisiert und ist trotz der Stürme der letzten Monate unversehrt geblieben, die Organisierung der jugendlichen Arbeiter und der Kampf um Schutz und gleiche Rechte der Frauenarbeit wurde fortgesetzt, die schweren, bisher trotz aller Zusagen der Regierung wenig erfolgreichen Bemühungen um einen gerechten Anteil an den öffentlichen Arbeiten im Lande dauern ununterbrochen an, selbst das Arbeitersportwesen wurde auf eine mustergültige Art organisiert. Viel Aufmerksamkeit wurde naturgemäß der Frage der Arbeitskonflikte gewidmet, die insbesondere in der letzten Zeit im Zusammenhang mit dem bekannten (bis zum heutigen Tage übrigens andauernden) Streik in der Biskuitfabrik Frumin in Jerusalem, sowie mit den häufigen Zusammenstößen in den Kolonien akut geworden ist. Im Prinzip wurde die Frage vom Standpunkt der Arbeitersqhaft durch die vor wenigen Tagen erfolgte autoritative Erklärung der Exekutive der Histadruth erledigt, daß sie den Zwang des nationalen Schiedsgerichtswesens anzunehmen bereit sei, falls das Prinzip jüdischer Arbeit als solches von der anderen Seite bedingungslos anerkannt werden wird. Im übrigen ist letztens durqh den Anschluß der allgemein-zionistischen Arbeiter an die Histadruth, sowie durch die weitgehende Annäherung zwischen der Histadruth und der im Hapoel Hamisrachi organisierten orthodoxen Arbeiterschaft eine weitgehende Konsolidierung im Arbeiterlager zu verzeichnen. Dagegen hat das Hervortreten des scharfen politischen Gegensatzes zwischen der Histadruth und den revisionistischen Arbeitern die Sachlage wiederum kompliziert, da sich hier politische und gewerkschaftliche Momente auf Schritt und Tritt kreuzen. Dies sind somit, in aller Kürze gestreift, die Hauptfragen, die auf der Konferenz der Histadruth zur Behandlung kommen werden und bereits in der vor kurzem abgeschlossenen Wahlpropaganda ziemlich ausführlich erörtert worden sind. Die Propaganda selbst stand zum Teil wenigstens im Zeichen der erwähnten Konsolidierung der Kräfte. Im Gegensatz zu den Wahlen zur zweiten Konferenz der Histadruth, wo zwölf Listen aufgestellt worden waren, sowie zu den Wahlen zu der dritten Konferenz mit ihren acht Listen, gab es diesmal nur sechs, wobei allerdings in Betracht gezogen werden muß, daß zwei Listen von vornherein ausschieden, und zwar die Liste der Kommunisten, die von der zentralen Wahlkommission als ungültig erklärt wurde, und die der Revisionisten, die in der Zwischenzeit ihren Exodus aus der Histadruth vollzogen hatten. Die Wahlpropaganda der übrigen Listen, in erster Reihe der Liste der Arbeiterpartei Palästinas, des Haschomer Hazair und der linken Poale-Zion, wurde trotzdem sehr intensiv betrieben, schier endlos war die Reihe der Versammlungen in fast allen Ortschaften des Landes, der Haschomer Hazair gab sogar (eine sonst in der Wahlpropaganda zu Gewerkschaftskonferenzen sicherlich ungewöhnliche Erscheinung) eine spezielle Propagandabroschüre heraus, die zum größten Teil der Auseinandersetzung mit der „opportunistischen" Politik der Arbeiterpartei Palästinas gewidmet war und ihr gegenüber viel sqhärfer das Klassenmoment betonte, im übrigen auch den alten Streitpunkt über die Frage von gemeinsamen jüdisqh-arabischen Arbeiterorganisationen zur Erörterung braqhte. Die Wahlen selbst brachten, wie übrigens von Vornherein vorauszusehen war, einen überwältigenden Sieg der Arbeiterpartei Palästinas, die von den

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