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Palästina · 1933-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1933) · p. Seite 31

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
16 (1933)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1933)
Article
Arbeiterbewegung. Von Dr. Arie Tartakower, Lodz.
Date
1933-01-01
Page
Seite 31 (sequence 3)
Language
German
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rigkeiten und sind die Beschlüsse der Konferenz keineswegs als ein umfassendes Ergebnis der Beratungen zu werten, so daß man immer wieder auf die Protokolle zurückgreifen muß, um die Gedankenwelt der Konferenz einigermaßen richtig würdigen zu können. Drei große Fragenkomplexe waren es, um die sich das Interesse der Konferenz in der Hauptsache konzentrierte: Die Stellung und :die Aufgaben des Arbeiters im Zionismus, der Aufbau des Arbeiterkolonisationswerkes, und schließlich die Fragen des alltäglichen Arbeiterlebens, also einerseits die Fragen der Histadruth, anderseits die innerlichen Probleme des Parteilebens. Sehr tiefschürfend war die Debatte über die Fragen des Zionismus, die durch ein gründliches Referat von Ben Gurjon eingeleitet wurde. Schwer und hart lautete die Diagnose. Schatrfe Worte der Kritik wurden insbesondere gegen den bürgerlichen Zionismus gerichtet, dem man die Hauptschuld am gegenwärtigen Verfall der Organisation zuschrieb und ihm darüber hinaus seine arbeiterfeindliche Einstellung vorwarf. Der jüdische Arbeiter wurde als Führer der Volksmasse im Verwirklichungsprozeß des Zionismus proklamiert, dem das ganze Leben und Schaffen der Arbeiterscliaft gewidmet sei. Es sei nun die historische Aufgabe der Arbeiterschaft, für die Gesundung der zionistischen Organisation Sorge zu tragen und einen auf Jahre hinaus berechneten großzügigen Plan der Mobilisierung der Volkskräfte zu entwerfen und zu verwirklichen. Nicht minder ernst war der Meinungsaustausch, über die Weiterführung des Arbeiterkolonisationswerkes. Es handelte sich einerseits um die prinzipielle Bedeutung dieser Kolonisation in der gegenwärtigen Periode des wirtschaftlichen Aufschwungs, der in der Hauptsache im Zeichen der Privatinitiative vor sich geht und nur allzu oft die lebendigsten Interessen des nationalen Kolonisationswerkes zu gefährden geeignet ist, anderseits sollten die Erfahrungen und Pläne der letzten Jahre zusammengefaßt und zu einem konkreten Aufbauplan verdichtet werden. Die großen Aenderungen im Leben der landwirtschaftlichen Arbeiterschaft in den letzten paar Jahren, das gewaltige Anschwellen der Zahl der Koloniearbeiter, der immer weiter und immer schneller vor sich gehende Uebergang zur Pflanzungswirtschaft, die Parole der Weiterfuhrung des Arbeiterkolonisationswerkes mit den eigenen ersparten Geldern der Arbeiterschaft, der Ausbau des Kolonisationsinstituts der Arbeiterschaft, des „Nir" für den gerade gegenwärtig die Kräfte mobilisiert werden, all dies zusammengenommen macht den Hintergrund aus, auf dem die Kolonisationsdebatte der Konferenz in ihrer Bedeutung gewürdigt werden soll. Die mannigfachsten Pläne der alten Theoretiker und Praktiker der Arbeiterkolonisation kamen da zum Ausdruck, von großzügigen, zum Teil sogar phantastisch anmutenden angefangen bis zu ganz konkreten, auf der tagtäglichen palästinensischen Wirklichkeit basierenden Vorschlägen, an deren Realisierung sofort geschritten werden kann. Von Neuem tauchte der Gedanke der nationalen Anleihe auf, ein scharfes Urteil wurde gegen diejenigen gefällt, die geneigt sind, in der gegenwärtigen Periode der „Prosperity" die nationalen Fonds geringzuschätzen. Scharf wurde auch die Bodenpreistreiberei und die Spekulation verdammt, die die katastrophalsten Folgen zu zeitigen geeignet sei. Die umfassende Behandlung der Probleme der Histadruth auf der Konfe-

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