Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 16 (1933)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1933)
- Article
- Die arabische Bewegung in Palästina im Jahre 1932
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 21 (sequence 3)
- Language
- German
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im Jahre 1932 ihren alten Plan ausgeführt: Eine Offensive gegen diese „Usurpation" einzuleiten. Es wurde ein vorbereitendes Komitee eingesetzt, für eine Landeskonferenz der „Intelligenten arabischen Jünglinge", die Posten anstreben, welche anfangs November 1932 in Jaffa zusammentrat. Auf Antrag des Referenten Dr. Chalil Abualafia wurde beschlossen, von der Regierung) zu verlangen, ein Gesetz wegen' Eliminierung der englischen und fremden Beamten zu erlassen. An deren Stelle sollen Muselmanen ernannt werden, bis der den Muselmanen gebührende Anteil (gegen 70 Prozent der Einwohnerschaft) erreicht sein würde. Und sollten die Muselmanen auf diesem Weg ihre Rechte nicht erreichen, so sollen sie von» der Regierung die Entlassung der nichtmuselmanischen Beamten verlangen. Der Vorsitzende dieser Konferenz war der Sohn von Musa Kasim Pascha, des Präsidenten der arabischen Exekutive. Die Beschlüsse der Konferenz wurden unter dem Druck der hohen Führer vorsichtig stilisiert, hingegen waren die Debatten sehr stürmisch; die Redner fühlten, daß die öffentliche muselmanische Meinung hinter ihnen stehe. Und als beantragt wurde, eine Klage gegen die Regierung beim Obersten Gerichtshof zu beschließen, da durch Nichtgewährung von Stellen an die Muselmanen die Regierung gegen den Paragraphen des Mandates betreffs der Erziehung der Einwohner zur Selbstverwaltung verstoße, wurde nach einer Debatte beschlossen: „Sollte die Regierung den Forderungen der muselmanischen Jünglinge nicht Folge leisten, so sei eine allgemeine muselman-ische Konferenz einzuberufen, und diese soll die Klage überreichen". Die Frage der Beziehungen zwischen Muselmanen und Christen wurde auch in der Sitzung der arabischen Exekutive behandelt. Der christliche Verein in Haifa (dort ist die Macht der Christen groß, in dieser Stadt besteht kein gemeinsamer muselmanisch-christlicher Verein, und wenn Spannungen zwischen den Gemeinden entstehen, wird dies in Haifa am meisten verspürt), wandte sich einigemale mit Forderungen, an die arabische Exekutive, daß sie einschreite, da „der Konflikt schreckliche Ausmaße erreichen könnte, was die arabische Front im Lande bedrohen würden". Die arabische Exekutive veröffentlichte zwar einen Aufruf an» alle Araber im Lande, daß sie sich vor der Verschärfjung der zwischengemeindlichen Gegensätze hüte;, aber auf die tatsächlichen Verhältnisse hat dieser Aufruf keinen Einfluß ausgeübt. Es ist kein Zweifel, daß die muselmanische Bewegung im Lande in dieser Form nicht ausgebrochen worden, wäre, hätte sie nicht im Jahre 1932 ein Organ „AI Djamiha — AI Islamijah" erhalten, das in Jaffa herausgegeben wird. Bis zum Erscheinen dieser Zeitung, im vergangenen Sommer, war das führende informative Tagblatt der Araber des Landes der christliche „Feiestin". Bis dahin konnte kein muselmanisches Blatt mit diesem konkurrieren. „Aslamijah" (so wurde das Blatt kurz genannt) erschien auf einmal in großem schönem Format und verkündete offen, daß es sein Ziel sei, die Interessen, der Muselmanen im Lande zu beschützen. Der Herausgeber hat den richtigen Moment erfaßt, den einer erweiterten muselmanischen Propaganda nach der muselmanischen Konferenz. Er eröffnete einen Kampf gegen den „Feiestin", gegen die fremde imperialistische Regierung und im Laufe vieler Wochen