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Palästina · 1933-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1933) · p. Seite 22

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
16 (1933)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1933)
Article
Die arabische Bewegung in Palästina im Jahre 1932
Date
1933-01-01
Page
Seite 22 (sequence 4)
Language
German
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veröffentlichte er an der Spitze des Blattes das Verzeichnis aller Regierungsbeamten, ihre Gemeindezugehörigkeit, ihre Gehälter usw. Er war es, der die jungen Muselmanen zu ihrem Kampf gegen die Vermehrung der christlichen Beamten anregte und drängte und jede Gelegenheit ergriff, um den Haß zwischen Muselmanen und Christen anzufachen. (Auch die Juden ließ er nicht in Ruhe.) Der Herausgeber und Redakteur der Zeitung ist der Scheich Suliman A Tadschei al Farnaki, ein großer Phantast, ein muselmanischer Intelligenzler, ein extremer Fanatiker, ein Pan-Xslamite, und von Natur aus geschaffen ein aufreizender Propagator zu sein. Als Gradmesser der christlich-muselmanischen Beziehungen kann die Tatsache dienen, daß, obwohl der „Feiestin" ein sehr angesehenes Blatt im Lande war und sich durch Orga*- nisation, Größe und informative Geschicklichkeit auszeichnete, sofort Taasende von Lesern zum neuen Blatt übergingen. Das Zeitungslesen verbreitet sich im Lande immer stärker, der „Aslamijah" und der „Feiestin" haben jetzt zusammen mindestens 6.000 bis 7.000 Leser und beinahe die Hälfte davon besitzt der „Aslamijah". Zur Verschärfung der Gegensätze zwischen Muselmanen und Christen trug auch die zweite Organisation bei, die auf der muselmanischen Konferenz geschaffen wurde: Die Istiklal- (Unabhängigkeits-) Bewegung oder Pan-Arabismus. Wenn ein Teil der muselmanischen Führer vor > dieser Bewegung zurückschreckte, so war es die Angst, es könnte zu einem offenen Konflikt' mit den europäischen Mächten, besonders mit den christlichen kommen. Pan¬ Arabien bedeutet in Wirklichkeit „Arabischer Pan-Islam" und die Verschlingung der christlichen Minoritäten in Syrien und Palästina durch eine organisierte Umfassung seitens einer mächtigen muselmanischen Mehrheit. Und es geschah der „Zufall", daß zur gründenden Konferenz in Jerusalem (während der muselmanischen Konferenz) kein einziger Christ geladen wurde! Wenn die Nichteinladung der arabischen Christen zur muselmanischen Konferenz schmerzlich, wenn auch verständlich war, so war die Nichteinla-dung zur pan-arabischen schmerzlich, unverständlich und verletzend. Die Christen schrieen auf und die Organisatoren entschuldigten sich mit der kurzen Zeit, die ihnen zur Verfügung stand, Einladungen von Haus zu Haus zu schicken. Nachher kooptierten sie in die Zentrale einen Christen, der nicht dem Kreise der angesehenen national-christlichen Führer angehörte. Die Christen wurden nicht befriedigt und in der Neujahrsnummer 1933 entrüstete sich der Herausgeber des „Feiestin" über die Istiklal-Partei und sagte, er wisse nicht, „ws*s und wer sie sei". Der Wahrheit gemäß muß gesagt werden, daß seitens der Christen größte Bemühungen gemacht wurden, den Brand zu löschen, da sie große Angst vor der Rache der Muselmanen haben. Der „Feiestin" hat heldenmütig durch Wochen allen Reizungen des „Aslamijah" widerstanden und unaufhörlich nach Frieden gerufen. Die Christen klopften an die Türe/n der muselmanischen Führer (sie wandten sich auch an den Emir Abdallah) und wollten den sich erweiternden Riß stopfen. Der Beschluß der muselmanischen Jugendvereine (eine Organisation, die unter dem Einfluß des Mufti und der Pan-Araber steht), die Besiegung der Kreuzfahrer bei Chitin (am 4. Juli 1187) zu feiern, die erste solche Feier in der Geschichte des Islam, verletzte die Christen des Landes sehr stark, sie überwanden sich jedoch und drückten ihre Gegnerschaft durch Winke und zahme Worte aus (der „Feiestin" stellte den kulturellen

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