Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 16 (1933)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1933)
- Article
- Die arabische Bewegung in Palästina im Jahre 1932
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 20 (sequence 2)
- Language
- German
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Existenz des arabischen Aktions-Komitees, dessen tatsächlicher Einfluß in den letzten Jahren auf Null herabsank. Die erste Frucht, die auf dem Boden dieser Konferenz reifte, und ihren Einfluß auf die Araber des Landes im Laufe des Jahres 1932 ausübte, war die Neigung zur Zersetzung und das gespannte Verhältnis zwischen Muselmanen und Christen, trotz des Bemühens der Führer der Muselmanen, diese Tatsache vor der Welt zu verbergen und die öffentliche Meinung der Christen im Lande zu beschwichtigen. Die muselmanische Gemeinschaft, ebenso wie die christliche, wurden von diesen Bemühungen nicht beeindruckt, da die Empfindungen und die Tatsachen sehr bald die Dekorationen und die politischen Versöhnungsdemonstrationen zunichte machten. Jeder Fall eines Zusammenstoßes oder eines Mordes zwischen einzelnen Muselmanen und Christen wurde zu einem zwischengemeindlichen Konflikt aufgebauscht und erschütterte das Verhältnis zwischen den Arabern. Im geheimen bestand gegenseitiger Boykott und Sabotage zwischen den bezüglichen Gemeinden und verschiedenen Orten und Aktionen. Fürwahr, die Taten standen im Widerspruch zu den Versöhnungsdemonstrationen. Der große Schwung der muselmanischen Konferenz verdichtete sich in den Plan zur Schaffung einer muselmanischen Universität in Jerusalem. Zu diesem Zweck entwickelten der Mufti und seine Helfer eine ausgedehnte Propaganda im In- und Auslande, die zur Stärkung des Islams aufrief, und von selbst erweiterte sich — in den politischen Verhältnissen, welche zwischer/ der muselmanischen und christlichen Welt bestehen — der Abgrund des Hasses gegen die! Christen im Herzen "der Muselmanen und umgekehrt. Es wurden verschiedene Filialen im Lande zwecks Sammlung von Geldern für jenes Ziel (die Universitätsgründung) geschaffen, wovon die Wirkungen noch nicht bekannt sind. Die Hoffnung, die Gelder im Ausland zu erlangen, schwächte sich ab. Der Mufti mußte deshalb einen Sturm auf Palästina unternehmen und die Gefühle der muselmanischen Einwohner aufrütteln, wiewohl keine Hoffnung besteht, daß in der nächsten Zeit das Land die Summen, die für die Errichtung einer Universität notwendig sind, die diesen Namen verdient, selbst im kleinsten Maßstabe zur Verfügung stellen würde. Dieser muselmanischen Bewegung bedienten sich einige junge Politiker, die schon lange gegen die christliche Araber Haß hegten wegen der vielen staatlichen Posten, die sie seit der Okkupation besetzt haben. Die Christen, welche die kleinste religiöse Minderheit des Landes ausmachen> 7 bis 8 Prozent der Bevölkerung, haben im Jahre 1921 51.8 Prozent der staatlichen Stellen innegehabt und bis zum heutigen Tag mehr als 40 Prozent (nach der Zählung im Jahre 1929 hatten die Christen 44.4, die Muselmanen 33.1 und die Juden 22.5 Prozent der staatlichen Stellen inne). Und wenn gleich nach der Okkupation die Zahl der Muselmanen, die für ein englisches Amt geeignet waren (in der Zeit der Türken waren bloß wenige Christen Regierungsbeamte) gering war, so hat sich; seither der Zustand stark geändert und heute gibtJ es bereits eine Menge muselmanischer Kandidaten für diese Stellungen, die sich in Bildung und Kenaitnas der englischen Sprache vervollkommt haben. Aber die Stellen sind besetzt und die muselmandschen Kandidaten stehen vor Ersparungs- und Eins ehr änkungsentschlüssen bezüglich der Beamtenschaft (O'Donell-Kommission). Darum haben die muselmanischen Politiker